Spitalregion veranstaltet Gedenkfeier für Angehörige

GRABS. Wenn ein Mensch im Spital stirbt, ist dies eine Ausnahmesituation für die Angehörigen, in der besonderes Einfühlungsvermögen von den Mitarbeitenden im Spital gefragt ist.

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Trauer will bewältigt sein, das Spital engagiert sich. (Bild: fotolia)

Trauer will bewältigt sein, das Spital engagiert sich. (Bild: fotolia)

GRABS. Wenn ein Mensch im Spital stirbt, ist dies eine Ausnahmesituation für die Angehörigen, in der besonderes Einfühlungsvermögen von den Mitarbeitenden im Spital gefragt ist. Dabei geht die Fürsorge in der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland über die Unterstützung in der akuten Situation hinaus. So findet einmal im Jahr eine Trauerfeier für Angehörige in den Spitälern Altstätten, Grabs und Walenstadt statt.

«Jedes Jahr im November laden wir die Angehörigen persönlich ein, um gemeinsam der im letzten Jahr im Spital Verstorbenen zu gedenken», erklärt Spitalseelsorgerin Marlies Schmidt-Aebi. Für viele Angehörige ist das auch eine Gelegenheit, noch einmal mit den Pflegenden und Ärzten in Kontakt zu kommen, die sich um die Verstorbenen gekümmert haben.

Positive Erfahrung

«Zu Beginn dachten wir nicht, dass viele Angehörige kommen», erinnert sich Marlies Schmidt-Aebi an die Anfänge der Gedenkfeier vor acht Jahren. Inzwischen ist die jährliche Feier ein fixer Termin im Spitalkalender und eine viel besuchte Veranstaltung, auch wenn es für viele Betroffene ein schwerer Schritt ist. «Wir wissen aus Gesprächen mit Angehörigen, dass es den meisten schwer fällt, nach dem Todesfall noch einmal ins Spital zu kommen», so Marlies Schmidt-Aebi. «Wenn sie sich aber überwinden können, ist es immer eine sehr positive Erfahrung und ein guter Schritt auf dem eigenen Trauerweg.»

Für alle Glaubensrichtungen

Willkommen ist jeder und jede, unabhängig von der Religionszugehörigkeit, denn die Feier wird bewusst interkonfessionell gestaltet. Im Mittelpunkt steht ein Lichtritual, das zum bewussten Erinnern an die Verstorbenen einlädt. Einen wichtigen Stellenwert hat auch der anschliessende Umtrunk, denn er bietet Gelegenheit, mit Mitarbeitenden aus dem Spital und mit anderen Trauerfamilien ins Gespräch zu kommen. «Das wird von den meisten sehr geschätzt», weiss Marlies Schmidt-Aebi aus vielen positiven Rückmeldungen.

Hilfe für trauernde Angehörige

«In unseren Spitälern steht der Mensch im Mittelpunkt. Dazu gehört die Betreuung der Angehörigen bei einem Todesfall», erklärt Mirco Schweitzer, Mitglied des Leitungsteams Palliative Care. Das umfasst die Kondolenzkarten vom Spital sowie die Kontaktaufnahme via Telefon bei Angehörigen von Menschen, die auf der Palliativstation verstorben sind. «Einerseits wollen wir wissen, wie es den Angehörigen geht», erklärt Mirco Schweitzer. «Andererseits können die Angehörigen mit ein wenig Abstand unsere Arbeit besser beurteilen.» Zudem hat die Spitalregion eine Broschüre für Angehörige von Patienten herausgebracht. (pd)