Spitalneubau in Rüthi für FDP und CVP prüfenswert

ST. GALLEN. Der St. Galler SVP-Präsident Herbert Huser hat die Diskussion über die St. Galler Spitalplanung neu lanciert. Er will in Rüthi ein neues Spital Rheintal-Werdenberg bauen (W&O vom Mittwoch). Bei der FDP findet er offene Türen, bei der SP Ablehnung.

Regula Weik
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ST. GALLEN. Der St. Galler SVP-Präsident Herbert Huser hat die Diskussion über die St. Galler Spitalplanung neu lanciert. Er will in Rüthi ein neues Spital Rheintal-Werdenberg bauen (W&O vom Mittwoch). Bei der FDP findet er offene Türen, bei der SP Ablehnung.

Monika Simmler, SP-Parteipräsidentin, spricht von «Verzögerungstaktik». Die einzigen, die davon profitierten, seien die Privatspitäler – jede weitere Verzögerung spiele ihnen «ins Portemonnaie» und setze eine «angemessene Gesundheitsversorgung» im Kanton aufs Spiel. Mit einem Neubau sei zudem nichts gespart.

«Last-Minute-Vorschlag»

Die BDP ist skeptisch gegenüber dem «Last-Minute-Vorschlag», wie Parteipräsident Richard Ammann festhält. Ihm fehlen genaue Abklärungen – «es geht um eine Viertelmilliarde und man hätte jahrelang Zeit für die Präsentation von Alternativvorschlägen gehabt».

Was hält die CVP von der Idee? Peter Göldi sagt: «Ein spannender Ansatz, der reichlich spät kommt» – und daher irritiere. Grundsätzlich sei die Idee prüfenswert. Hegt er Sympathien für einen Spitalneubau im Rheintal? Auch die Regierung rede von Neubauten – in Grabs und in Altstätten, weicht Göldi aus und er wiederholt: Auch ein neuer Standort sei zu prüfen.

Favorisieren die Freisinnigen für das Rheintal einen Spitalneubau? FDP-Präsident Marc Mächler mag der Parteimeinung nicht vorgreifen; die Fraktion tagt erst. Doch er hält fest: Die FDP-Vertretung in der vorberatenden Kommission habe sich «mehrheitlich» für ein neues Spital im Rheintal ausgesprochen.

Bewegung in der Region

In der Region Werdenberg hat sich inzwischen eine Aktion «Pro Spital Grabs» formiert, lanciert von den Grabser Ortsparteien CVP, FDP und SP. Es gelte, «die eigenen Reihen zu schliessen» und die Gesamtstrategie der Regierung zu vertreten, sagt FDP-Präsident Christian Lippuner. Auch der Verein Pro Spital Rheintal – gegründet vor Jahren bei der damals drohenden Spitalschliessung – will sich für die einheitliche Spitalstrategie der Regierung einsetzen.

Für Herbert Huser ist klar: Bei einem Neubau muss das Fürstentum Liechtenstein einbezogen werden – und zwar als Miteigentümer. Dafür müsste das Spital Grabs oder ein neues gemeinsames Spital «aus der bewährten Netzwerkstrategie herausgelöst werden», sagt Gesundheitschefin Heidi Hanselmann. Sie fügt bei: «Für die Bevölkerung im Rheintal und Werdenberg hätte das einen Qualitäts- und Leistungsabbau zur Folge.»