«Spielraum nach unten ist begrenzt»

Marc Lippuner, Verkäufer von Brenn- und Treibstoffen beim LV St. Gallen, empfiehlt seinen Kunden, jetzt Heizöl zu kaufen. Den kurzfristigen Preisanstieg sieht er als Indiz, dass es nicht viel weiter nach unten geht.

Hanspeter Thurnherr
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Ein Tanklastwagen beliefert ein Mehrfamilienhaus mit Heizöl. Trotz kurzfristigem Anstieg verharrt der Preis auf tiefem Niveau. (Bild: Urs Bucher)

Ein Tanklastwagen beliefert ein Mehrfamilienhaus mit Heizöl. Trotz kurzfristigem Anstieg verharrt der Preis auf tiefem Niveau. (Bild: Urs Bucher)

REGION. Für Marc Lippuner, beim LV St. Gallen verantwortlich für den Brenn- und Treibstoffverkauf der Marke Agrola, ist der überraschende Preisanstieg beim Öl am Beginn dieser Woche «eine überfällige kleine Gegenkorrektur». Denn seit Anfang Jahr sei der Preis um fast 10 Franken pro 100 Liter gesunken.

Weil am 1. Januar die CO2-Abgabe um Fr. 6.90 pro 100 Liter erhöht wurde, sei ein grosser Teil des Preiszerfalls allerdings durch diese Abgabe kompensiert worden. Lippuner empfiehlt den Heizöl-Kunden, jetzt einzukaufen. Er sieht das aktuell sehr tiefe Preisniveau als Einkaufsgelegenheit.

Mit neuen Ölheizungen sparen

Denn der Spielraum sei bei einem Fasspreis von rund 30 Dollar gegen unten klar begrenzt. «Bei einer Bezugsmenge von aktuell 3000 Liter Heizöl kosten 100 Liter Fr. 61.90, darin sind 25 Franken pro 100 Liter CO2-Abgabe enthalten. Ohne diese könnten wir das Heizöl unter 40 Franken pro 100 Liter anbieten», verdeutlicht er. In Neubauten werde schon lange keine Ölheizungen mehr installiert. Aber im Sanierungsmarkt würden aktuell wieder viele Ölheizungen ersetzt, weil durch die modernen Ölheizungen der Verbrauch um bis zu 30 Prozent reduziert werden könne. Grossverbraucher würden schon lange mit anderen Energieträgern heizen, doch benötigten sie immer noch Ölheizungen für die Spitzenabdeckungen.

Potenzial im Sanierungsmarkt

Agrola, die Heiz- und Brennstoffmarke, welche der LV St. Gallen vertreibt, habe ihren Marktanteil trotzdem laufend ausbauen können, da viele kleine Heizölhändler wegen Nachfolgeproblemen ihre Geschäftstätigkeit aufgegeben haben. «Die Anzahl der Brennstoffhändler hat sich in der Schweiz in den letzten 15 Jahren halbiert», weiss Lippuner.

Weil der Marktanteil von Ölheizungen immer noch rund 50 Prozent betrage, sieht er das Potenzial im Sanierungsmarkt. Denn eine Kombination zum Beispiel mit Solar und Ölheizung sei sehr umweltfreundlich und effizient. «Obwohl die Energiestrategie 2050 des Bundes in eine andere Richtung geht, sehen wir der Zukunft optimistisch entgegen», schliesst Lippuner.

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