Spekulationen über eine Bombe im abgestürzten russischen Ferienflieger

Der über der ägyptischen Sinaihalbinsel abgestürzte russische Ferienflieger könnte doch Ziel von Jihad-Terroristen gewesen sein. Europäische Fluggesellschaften stoppen ihre Flüge von und zum Badeort Sharm-el-Sheikh.

Walter Brehm/Klaus Helge Donath
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Der über der ägyptischen Sinaihalbinsel abgestürzte russische Ferienflieger könnte doch Ziel von Jihad-Terroristen gewesen sein. Europäische Fluggesellschaften stoppen ihre Flüge von und zum Badeort Sharm-el-Sheikh. Dort drohen laut Reiseunternehmen wegen der gestrichenen Flüge chaotische Verhältnisse. In Ägypten sollen sich derzeit bis zu 20 000 Touristen allein aus Grossbritannien aufhalten. Die Lufthansa-Tochter «Edelweiss Air» teilte gestern mit, sie setze ihre Flüge ab Zürich nach Sharm-el-Sheikh in Übereinstimmung mit der Risikobewertung des EDA bis auf weiteres fort.

Ermittlungen gehen weiter

Die britische Regierung hatte gestern erklärt, sie halte es für immer wahrscheinlicher, dass Terroristen für den Absturz des Airbus 321 über der Sinaihalbinsel verantwortlich seien, bei dem 224 Flugzeuginsassen ums Leben kamen. Nach Angaben russischer und ägyptischer Behörden steht die Ursache des Unglücks weiterhin nicht fest.

Der britische Premier Cameron und der russische Präsident Putin berieten gestern telefonisch über das Unglück. Dabei erklärte Cameron, ein Terrorakt sei bisher «nicht bewiesen, aber sehr wahrscheinlich». Putin bekräftigte, Russland lasse sich nicht einschüchtern. Sein Pressesprecher fügte später hinzu: «Die Ergebnisse der Untersuchungskommission sind abzuwarten.»

Psychologischer Druck

Konstantin Kosatschow, Chef des auswärtigen Ausschusses des Föderationsrates, sieht aber «psychologischen Druck» auf Moskau. Im Westen gebe es viele politische Kräfte, die, ohne Beweise zu haben, eine gezielte Reaktion der Jihadisten gegen Russlands Intervention in Syrien sehen möchten. ? AUSLAND 27