«Sorge tragen zur Perle Grabs»

Diego Forrer kandidiert für das Grabser Gemeindepräsidium und verlässt sich dabei auf seinen «Rucksack» an Erfahrungen, welche er unter anderem als amtierender Schulpräsident, Erziehungsrat und ehemaliger Kantonsrat sammelte.

Hanspeter Thurnherr
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Diego Forrer: «Ich möchte mich weiter für diese tolle Gemeinschaft in Grabs einsetzen.» (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Diego Forrer: «Ich möchte mich weiter für diese tolle Gemeinschaft in Grabs einsetzen.» (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Was ist Ihre Motivation, um Gemeindepräsident von Grabs zu werden?

Diego Forrer: Ich habe in den zwölf Jahren, in denen ich die Schule führen durfte, Grabs und die Einwohnerinnen und Einwohner kennen und schätzen gelernt. Ich möchte mich weiter für diese tolle Gemeinschaft einsetzen und mit der Bevölkerung zusammen an dieser Gemeinde weiterarbeiten.

Erfahrungen aus welchen Bereichen als Schulpräsident würden Ihnen in der neuen Aufgabe nützen?

Forrer: Einerseits aus der Führungstätigkeit des Schulrates, der ebenfalls ein exekutives Gremium wie der Gemeinderat ist. Andererseits die Erfahrungen im operativen Führen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dann aber auch die Kontakte, die ich – nicht nur als Schulpräsident, sondern auch als Kantonsrat und Erziehungsrat – mit der Regierung in St. Gallen knüpfen konnte.

Machen Sie einen kurzen Werbespot über sich selber: Welche Fähigkeiten und Stärken werfen Sie in die Waagschale?

Forrer: Ich habe das Gefühl, dass ich ein Macher bin und jeweils schnell auf den Punkt komme, um was es geht. Aber auch, dass ich Visionen habe, weitsichtig denke und trotzdem im ganzen Prozess die Leute nicht überfahre, sondern mit ihnen auf den Weg gehe.

Wie beurteilen Sie die Chancen? Stellen Sie sich angesichts von drei Kandidaten auf einen zweiten Wahlgang ein?

Forrer: Ich glaube, dass ich ein rechtes «Rucksäckli» mitbringe, dass mich die Bevölkerung kennt und weiss, was ich in den letzten zwölf Jahren geleistet und dass ich mich für dieses Dorf und speziell für die Schule eingesetzt habe. Ich finde es gut, dass das Stimmvolk eine Auswahl hat. Ich bin verhalten optimistisch, dass es klappt und es allenfalls schon im ersten Wahlgang reicht. Wenn nicht, müsste man das Resultat analysieren. Was ich in dieser Phase spüre, ist, dass der Wahlkampf sehr fair ist und ich ein gutes Einvernehmen mit den Mitkonkurrenten habe.

Sie haben mehrfach gesagt, dass Sie mit Ihrem Vorgänger sehr gut zusammenarbeiten konnten. Was würden Sie trotzdem an der Gemeindeführung ändern?

Forrer: Ich kann dieses gute Einvernehmen nur bestätigen und Rudolf Lippuner ein Kränzchen winden. Als eigenständige Schulgemeinde waren wir auf die Finanzen der Politischen Gemeinde angewiesen. Er hatte ein offenes Ohr für die Anliegen der Schule. Die Schule hat ihre Hausaufgaben aber auch gemacht und das Geld nicht einfach zum Fenster hinausgeworfen, sondern sehr kostengünstig agiert. Auch dank des kostenbewussten Umgangs der Schule mit den Steuergeldern konnte der Steuerfuss in den letzten zwölf Jahren markant gesenkt werden. Notabene ohne dass die Schulqualität darunter gelitten hat. Rudolf Lippuner hat sich enorm für die Gemeinde eingesetzt. Da wird ein hoher Anspruch an den Nachfolger gestellt. Vielleicht hätte man das eine oder andere Mal bei der Entwicklung des Dorfes mutiger unterwegs sein können. Aber dies ist absolut kein Vorwurf, denn es wäre auch schwierig gewesen, weil das betroffene Grundeigentum in den meisten Fällen in Privatbesitz ist.

Welche grösseren Herausforderungen kommen in den nächsten Jahren auf die Gemeinde zu?

Forrer: Bei der Flüchtlingssituation ist es im Moment ruhiger, aber wir wissen nicht, wie es weitergeht. Wenn sich die Zahl von aktuell 65 Asylbewerbern verdoppelt, stellen sich Fragen für die Schule und die Gemeinde, wie man weiter verfahren soll. Sicher immer im Fokus werden die Finanzen sein. Die nicht so tollen Prognosen für die Bundesfinanzen könnten rasch Konsequenzen für die Kantone und später für die Gemeinden haben. Wir sollten Sorge tragen zu dem, was Grabs ist: eine Perle, was die Landschaft, Bevölkerung und das tolle Vereinsleben betrifft. Nur schon dies alles zu halten, wird herausfordernd sein.

Wohin soll sich die Gemeinde entwickeln?

Forrer: Die Gemeinde soll das bewahren, was sie hat. Denn bei der Infrastruktur wurden die Hausaufgaben gemacht. Die grösste Entwicklung sehe ich im Dorfzentrum, aber das ist bereits aufgegleist. Schöne, beschauliche Plätze und Örtchen schaffen, in die Staatsstrasse Auflockerung hineinbringen, damit mehr Leben pulsieren kann.

Auch der künftige Schulpräsident oder die Schulpräsidentin wird im Gemeinderat mitwirken. Besteht da nicht die Gefahr, dass Sie sich da «in die Quere» kommen?

Forrer: Ich denke nicht. Ich bin ein Mensch, der gut loslassen kann und Vertrauen in die Leute hat, sie wirken lässt und ihnen Gestaltungsspielraum gibt.

Bis jetzt haben Sie ihre Brötchen mit verschiedenen Teilpensen als Schulpräsident, Erziehungs- und Kantonsrat verdient. Wird Ihnen da nicht die Abwechslung fehlen?

Forrer: Ich werde ja nicht jünger. Vier verschiedene Arbeitgeber zu haben ist auch streng. Nur einen Hauptarbeitgeber zu haben, hat Vorteile. So werde ich rund um die Uhr für die Gemeinde da sein können. Aus dem Kantonsrat habe ich mich deshalb bewusst zurückgenommen. In der ersten Phase werde ich den Erziehungsrat beibehalten, weil mir die Bildung am Herzen liegt, die Zusammenarbeit mit Herrn Regierungsrat Kölliker von gegenseitigem Respekt geprägt ist und somit ein direkter Kontakt in die Regierung des Kantons St. Gallen der Gemeinde Vorteile bringen kann.

Freizeit wird für einen Gemeindepräsidenten in der Regel rar.

Forrer: Durch die vielen politischen Mandate hatte ich schon in der Vergangenheit wenig Freizeit. Meine Familie ist sich dies gewohnt. Ich versuche, die Ferien wirklich als Ferien anzuschauen und das Handy zu Hause zu lassen. Es muss Platz haben, dass ich als Junioren-Trainer bei den Fussballern ein paar Jahre weitermache. Ich werde auch in der Männerriege bleiben. Denn ich möchte Teil der Gemeinschaft im Dorf bleiben und den Puls der Bevölkerung spüren.

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