Solothurn – und gar noch mehr?

Zweimal wird «Das Deckelbad» von Kuno Bont an den Solothurner Filmtagen gezeigt. Der Werdenberger Filmemacher ist Solothurn-erfahren. Im Gegensatz zu 2009 will er heuer die Chance dieser Marktplattform professionell nutzen.

Heini Schwendener
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Filmemacher Kuno Bont (mit dem roten Schal) bei den Dreharbeiten für den Spielfilm «Das Deckelbad». (Bild: Olivia Hug)

Filmemacher Kuno Bont (mit dem roten Schal) bei den Dreharbeiten für den Spielfilm «Das Deckelbad». (Bild: Olivia Hug)

WERDENBERG. Nach den Dreharbeiten im Werdenberg, Sarganserland und Rheintal sowie der Nachproduktion hat es das Team um Kuno Bont gerade noch rechtzeitig geschafft, den Film «Das Deckelbad» der Auswahlkommission vorzulegen. Deren Verdikt fiel zur Freude von Bont aus: Sein Spielfilm wird an den Solothurner Filmtagen, die von heute bis zum 29. Januar dauern, zweimal gespielt.

Anwärter auf den Filmpreis

Das allein ist bereits eine grosse Auszeichnung und kommt einem Ritterschlag in der Filmbranche gleich. Doch nach den Solothurner Filmtagen könnte in der Erfolgsgeschichte dieses jüngsten filmischen Werks von Kuno Bont noch ein weiteres Kapitel geschrieben werden: «Das Deckelbad» ist nämlich einer von 22 Spielfilmen im Rennen um den Schweizerischen Filmpreis. «Es wäre ein Riesenerfolg, wenn ich unter den fünf Nominierten für diesen Preis landen würde», sagt der Werdenberger.

Doch vorerst reist er in Begleitung von neun «Deckelbad»-Leuten – Hauptdarsteller, Technik, Maske, Kostüm, Schnitt, Produktion – für zweimal zwei Tage nach Solothurn. Dabei gilt es einerseits, als Team Werbung für den Film zu machen. Andererseits sind die Filmtage auch für alle ein Podium, um Werbung in eigener Sache zu machen.

Aus Erfahrungen lernen

2009 schaffte Kuno Bont erstmals den Sprung nach Solothurn mit seinem Dokumentarfilm «Bal a l'üna. Paula Roth – die Hexe vom Albulatal». Damals hat er Filmtage-Luft geschnuppert und erkannt, welch gute Marktplattform die Filmtage sind, wenn man sie denn nutzt. Diesmal ist er nicht nur dabei, sondern bringt sich und seinen Film aktiv ein. Bont und seine Leute werden an Podien auftreten, Interviewtermine für die Medien organisieren und sich möglichst breit vernetzen. Denn in Solothurn trifft sich die ganze Schweizer Filmbranche.

Mit einem professionellen Auftritt soll das Feld geebnet werden für die Zeit ab dem 2. April, wenn «Das Deckelbad» schweizweit in den Kinos anlaufen wird. Einen ersten Erfolg kann der Film über die berührende Geschichte einer Bergbauernfamilie aus dem Werdenberg, die in die Hände der Behörden gerät, bereits verbuchen. Als er im November im Werdenberg und im Rheintal gezeigt wurde, bildeten sich Schlangen vor den Kinotüren. Fast 5000 Menschen haben «Das Deckelbad» bereits gesehen, und waren begeistert (der W&O berichtete).

«Phänomenaler» Zuspruch

Den Publikumszuspruch, den der Film bei seinen «Heimspielen» erfahren hat, bezeichnet Bont als «phänomenal». Nun hofft er, die 10 000er-Marke zu knacken, denn dann würde er nachträglich noch in den Genuss der erfolgsabhängigen Filmförderung des Bundes kommen. Voreiligen Schlüssen nimmt der Filmemacher den Wind sogleich aus den Segeln. Er betont nämlich, gerade auch angesichts der sehr schwierigen Finanzierung seines Films: «Reich werde ich damit trotzdem nicht.»