SKISPRINGEN: Luca Egloff: «Bin nicht weit weg»

Die Enttäuschung, am Heimwettkampf von Engelberg bereits nach der Qualifikation die Heimreise anzutreten, ist beim 21-Jährigen gross. Der Grabser will hoch hinaus, in die Weltcuppunkte. Doch es fehlt noch das berühmte letzte Stück dazu.

Robert Kucera
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Robert Kucera

Noch nicht mal zehn Skispringer habe die Quali absolviert. Doch Luca Egloff, der die Startnummer zwei trug, ahnt Ungemach: «Das wird eine knappe Sache und sehr schwierig für mich», beurteilt er die Sachlage, ob sein Flug auf 118,5 Meter für den Wettkampf vom Samstag reicht oder nicht. Es war ein sehr wichtiger Sprung für Egloff: «Denn wenn ich am Samstag starten könnte, dürfte ich auch sonntags starten. Aber verpasse ich heute die Qualifikation, muss ich nach Hause gehen. Dementsprechend bin ich enttäuscht nach so einem Sprung.»

In der Tat reichte das Gezeigte nicht aus. Luca Egloff belegt Rang 45, nur die ersten 40 überstehen die Qualifikation. Dass er im Auslauf nach dem zweiten Trainingssprung gestürzt war, hat ihn zwar sehr geärgert, aber nicht negativ beeinflusst. Viel mehr liegt es an den in dieser Sportart so wichtigen Details.

Nicht die Quali, sondern Punkte müssen das Ziel sein

«Es mangelt überall ein bisschen», hält Egloff fest. Der Skispringer vom SC Grabserberg weiss aber, wo am meisten herauszuholen wäre: In der Schnittstelle zwischen Absprung und Flugphase. Hier gelingt es dem 21-Jährigen nicht, die Kraft aus den Beinen in die richtige Flughöhe zu bringen. «Es braucht nicht viel, das kann ziemlich schnell gehen», macht sich Egloff Mut. Eigentlich, so erklärt er weiter, sei er im Spätsommer parat gewesen für Grosstaten auf der Schanze. «Jetzt bin ich genervt, dass ich es nicht geschafft habe, diese Leistung auf den Winter zu übertragen», merkt Egloff an. «Ich bin nicht weit weg – aber das letzte Stück muss ich jetzt noch schaffen. Sonst gibt das keinen lustigen Winter für mich.» Sein Ziel ist es nun, möglichst rasch das Rezept für stabile und gute Sprünge zu finden und diese dann regelmässig abzurufen.

Ein paar Meter weiter fliegen, um künftig die Qualifikation an Weltcupspringen zu überstehen, reicht Luca Egloff aber nicht. «Ich will im Weltcup nicht um die Qualifikation mitspringen, sondern um Punkte», betont er. Diesem Ziel jagt er nun schon einige Zeit hinterher. Am nächsten kam er an die Weltcuppunkte Anfang dieses Jahres mit Rang 33 in ­Willingen heran. «Für Punkte braucht es etwas mehr», analysiert er seine derzeitige Leistung. Doch der Grabser verfügt über viel Selbstvertrauen: «Dass ich es kann, weiss ich. Jetzt muss ich es auch umsetzen.»