SKICROSS: Lenherr vor WM-Début

Eine Woche vor seinem 28. Geburtstag kommt der Gamser am Samstag in der Sierra Nevada zu seinem ersten WM-Einsatz.

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Jonas Lenherr (hinten) und Armin Niederer bei der Startübung im Rotor-Training in Balzers. (Bild: Yves Solenthaler)

Jonas Lenherr (hinten) und Armin Niederer bei der Startübung im Rotor-Training in Balzers. (Bild: Yves Solenthaler)

Eine Woche vor den Welttitelkämpfen fanden im Hoch-Ybrig die nationalen Meisterschaften statt. Jonas Lenherr, in der vergangenen Weltcup-Saison die Nummer vier der Schweiz, wurde auch dort Vierter. Unmittelbar nach dem Rennen ärgerte er sich weniger darüber, seine erste nationale Medaille knapp verpasst zu haben, als über eine gefährliche Szene im Rennen: Im unteren Teil überdrehte der Gamser bei einem Sturz und kam zu Fall. Dabei hatten die Trainer mehrfach betont, kurz vor dem Saisonhöhepunkt ja nichts zu riskieren. Immerhin hatte Lenherr Glück im Unglück: Er überstand den Sturz unverletzt.

Erster WM-Start ein Jahr nach dem Durchbruch

Ein Ausfall wäre umso bitterer gewesen, als es für Lenherr der erste WM-Start seiner Karriere ist. Er musste lange um die Selektion bangen. Denn in seiner Weltcupbilanz des Winters 2016/17 fehlt das absolute Top-Ergebnis. Er fuhr zwar viermal in die Top 10, das beste Ergebnis war aber ein sechster Platz am Watles in Südtirol. Im starken Schweizer Team, das diese Saison elf Podestplätze einheimste, reicht diese Bilanz nicht zwingend aus. Am Schluss profitierte Lenherr auch ein bisschen von der Verletzung Romain Détraz’, des Überraschungssiegers von Arosa, dem sonst allerdings kein Top-10-Platz gelang.

Der Watles, wo die Schweizer oft trainieren, ist so etwas wie der Schicksalsberg seiner Karriere. Hier gewann Lenherr im Januar vor einem Jahr zum bisher einzigen Mal ein Weltcuprennen. Und hier verletzte er sich im letzten Januar im zweiten Rennen an der Schulter. Deswegen musste er die insgesamt vier Rennen in Feldberg (Deutschland) und Idre Fjall (Schweden) auslassen. «Abgesehen von der Verletzung verlief die Saison eigentlich nicht schlecht», bilanziert Lenherr. «Im Gegensatz zum Vorwinter reichte es mir zwar nie ganz nach vorn. Aber solche Schwankungen sind nicht dramatisch.» Dass Lenherr im Swiss-Skicross-Team inzwischen ein fester Wert ist, bewies er im ersten Rennen nach seiner Verletzungspause, als er in Russland den Halbfinal erreichte und sich über einen siebten Platz freuen konnte.

Für einen, der im Weltcup schon gewonnen hat, kann es an Weltmeisterschaften nur ein Ziel geben: «Ganz klar: Eine Medaille. Aber realistisch bin ich davon noch weit entfernt.» Er weiss: Im Skicross kommen rund 20 Athleten für einen Podestplatz in Frage, und zu diesen gehört auch Lenherr. Es wäre eine Überraschung, wenn er mit Edelmetall heimkehrte – aber bei weitem keine Sensation.

Yves Solenthaler

redaktion@wundo.ch