Sieben Jungschwäne im See

Das Schwanenpaar vom Werdenbergersee hat wieder eine richtige Familie. Es schwimmt mit sieben Jungen umher. Bereits im Vorjahr zählte die Brut sieben Küken. Die vier, die überlebt haben, wurden im Herbst umgesiedelt.

Heini Schwendener
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Wohlbehütet paddeln die sieben Schwanküken in diesen Tagen durch den Werdenbergersee. (Bild: Hans Rohrer)

Wohlbehütet paddeln die sieben Schwanküken in diesen Tagen durch den Werdenbergersee. (Bild: Hans Rohrer)

WERDENBERG. Trotz der Gefahren, welche die angrenzende Kantonsstrasse birgt: Dem Schwanenpaar vom Werdenbergersee scheint es hier zu gefallen, es ist «gfrässig» und fruchtbar. Sieben Küken zählte die Brut im vergangenen Jahr, und sieben sind es auch heuer. Mit diesen schwimmen die stolzen Eltern derzeit über das Seelein. Sehr zur Freude der vielen Menschen, die an diesem idyllischen Platz vor historischer Kulisse einen Halt einlegen, um die Aussicht zu geniessen, das Treiben der Wasservögel zu verfolgen und ganz besonders, um die herzigen Jungschwäne auf ihren Erkundungstouren zu beobachten und zu fotografieren.

Von den Eltern vertrieben

Diese Familienidylle wird allerdings nicht ewig dauern. Einerseits ist nämlich die Mortalität bei Jungschwänen sehr hoch. Letztlich nur etwa elf Prozent werden jemals selber brüten. Andererseits wird das Schwanenpaar am Werdenbergersee früher oder später voraussichtlich sein Revier gegen die eigenen Jungtiere verteidigen. Bis es so weit ist, werden allerdings noch einige Wochen familiärer Eintracht ins Land ziehen.

Gemäss dem zuständigen Wildhüter Silvan Eugster kümmern sich die Schwaneneltern vier bis fünf Monate lang um ihren Nachwuchs. Danach sind die Jungschwäne aber flügge und selbständig und werden sich wohl ihr eigenes Revier suchen müssen. Das Schwanenpaar wird sein Revier, den Werdenbergersee, nämlich ziemlich aggressiv verteidigen, so dass der Nachwuchs kaum noch einen Fuss ins Wasser wird setzen können.

Hohe Mortalität bei Jungtieren

Die hohe Mortalität der Jungschwäne hat vor einem Jahr die Bevölkerung des Werdenbergs bewegt. Ein grosser Teil der Nachkommen stirbt nämlich im ersten Lebensjahr. Das Schwanenpaar am Werdenbergersee hatte auch vor einem Jahr eine Brut mit sieben Küken, was allerdings erst im Juli bekanntwurde. Zuvor war man immer von sechs Küken ausgegangen. Eines musste also sehr früh gestorben sein. Im Juli fehlten dann plötzlich zwei weitere.

Einer der Jungschwäne war damals wohl von Parasiten befallen und von der Familie verstossen worden. Was für uns herzlos erscheint, ist ein Schutzmechanismus für die Wasservögel. Durch die Verstossung wird verhindert, dass der Parasit sich innerhalb des Bestandes ausbreitet und weitere Tiere befällt. Ein weiterer kranker Jungschwan ohne Überlebenschance musste von der Wildhut erlöst werden. Was aber ist mit den verbliebenen vier Jungschwänen geworden?

Im Herbst umgesiedelt

Gemäss Silvan Eugster wurden sie im Herbst, nachdem sie das Revier ihrer Eltern nicht freiwillig verlassen hatten, zu ihrer Sicherheit von Fachleuten umgesiedelt.

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