Sichtbare und unsichtbare Kräfte

Gestern nachmittag nahmen über 100 Kinder im Hörsaal der NTB Platz und wohnten der spannenden Vorlesung über Physik bei. Die Professoren Markus Michler und Stefan Rinner erklärten und demonstrierten ihnen verschiedene Kräfte.

Corinne Hanselmann
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Am eigenen Leib durften die Kinder den Zusammenhang zwischen Masse, Gewicht und Kraft erleben. (Bild: Corinne Hanselmann)

Am eigenen Leib durften die Kinder den Zusammenhang zwischen Masse, Gewicht und Kraft erleben. (Bild: Corinne Hanselmann)

BUCHS. «Was kennt ihr für Kräfte?», fragen die Professoren gleich zu Beginn der zweistündigen Veranstaltung in die Runde. «Schwerkraft», kommt einem Jungen sofort in den Sinn. Zentrifugal-, Muskel-, Anziehungs- und Windkraft werden weiter genannt. «Wie Kräfte wirken», so Physik-Professor Markus Michler, «werden wir euch heute nachmittag zeigen.»

Kraft äussert sich verschieden

Kraft zeige sich zum Beispiel, wenn sie eine Verformung verursache. Michler drückte dazu auf einen Fussball, der je länger, je flacher wurde. «Die Frage, was denn Kraft eigentlich ist, hat sich schon Isaac Newton vor über 300 Jahren gefragt», erklärte Stefan Rinner, der ebenfalls Physik-Professor ist. Geduldig erklärte er den Kindern die drei newtonschen Gesetze, das Trägheitsprinzip, das Aktions- und das Reaktionsprinzip und machte es mit anschaulichen Experimenten verständlich.

So erlebten die Kinder, dass eine Zentripetalkraft wirken muss, damit sich an Fäden befestigte Korkzapfen auf einer Kreislinie bewegen können und was eine Reibungskraft ist, beziehungsweise wie man sie mittels Luftkissen oder mit Flüssigstickstoff auf ein Minimum reduzieren kann. «Reibungskräfte begegnen uns tagtäglich», erklärte Michler, «wenn wir am Boden keine Haftreibung hätten, könnten wir uns gar nicht fortbewegen.» Danach widmeten sich die Professoren noch unsichtbaren Kräften mit positiven und negativen Ladungen, die sich abstossen oder anziehen.

Grosse Begeisterungsfähigkeit

«Der grösste Unterschied der Kinder im Vergleich mit den Studenten, die ich sonst unterrichte, ist wohl ihre grosse Bereitschaft, mitzumachen», sagte Michler schmunzelnd.

So ist es denn auch. Stellen die Professoren eine Frage, schnellen sofort Dutzende Hände nach oben. Rinner freut sich, «der Jugend näherzubringen, wie die Physik die Welt sieht», und hofft, sie für Naturwissenschaften begeistern zu können. Hinter der kindergerechten Vorlesung mit unzähligen Experimenten steckt viel Arbeit. Zum Teil sind die Versuchsanlagen extra fürs Jugendtechnikum neu hergestellt worden.

Chemie und Informatik

Zwei weitere Vorlesungen finden im Rahmen des Jugendtechnikums, organisiert von der Scuola Vivante und der NTB, statt. Am 17. Juni ist der Nachwuchs «auf chemischer Spurensuche» und lösen einen Kriminalfall, am 24. Juni dürfen Oberstufenschülerinnen und Oberstufenschüler einer Informatik-Vorlesung beiwohnen und ausprobieren, ob sich Computer-Passwörter knacken lassen.