Sicherheit ist für Wirtschaft wichtig

Die Offiziersgesellschaft Werdenberg führte einen Anlass zum Thema «Wirtschaft – Politik – Armee aktuell» durch. Dabei wurde betont, dass die Sicherheit wieder höher gewichtet wird und zur Standortattraktivität beitragen kann.

Adi Lippuner
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Die Armee ist wichtig für das Sicherheitsgefühl: Oberst Jörg Velinsky, Kantonsratspräsident Paul Schlegel, Nationalrat Walter Müller, Divisionär Hans-Peter Kellerhals, Unternehmer Urs Marquart und Major Enrico Mungo (von links). (Bild: Adi Lippuner)

Die Armee ist wichtig für das Sicherheitsgefühl: Oberst Jörg Velinsky, Kantonsratspräsident Paul Schlegel, Nationalrat Walter Müller, Divisionär Hans-Peter Kellerhals, Unternehmer Urs Marquart und Major Enrico Mungo (von links). (Bild: Adi Lippuner)

GRABS. Militärische Uniformen mit verschiedenen Dienstgraden, pensionierte Offiziere, aber auch kommunale, kantonale und nationale Politiker sowie Wirtschaftsvertreter und weitere Interessierte fanden sich am Freitagabend im «Schäfli», Grabs, ein. Für Oberst Jörg Velinsky aus Oberschan, Präsident der Offiziersgesellschaft Werdenberg, und Vizepräsident Major Enrico Mungo, Schaan, war das eine Bestätigung, dass die Entwicklungen und das gegenseitige Interesse der verschiedenen Bereiche ein wichtiges Anliegen darstellt.

Während Divisionär Hans-Peter Kellerhals, Kommandant der Ter Reg 4, und FDP-Nationalrat Walter Müller referierten, ging Wirtschaftsvertreter Urs Marquart, Unternehmer und Vorstandsmitglied der Industrie- und Handelskammer St. Gallen-Appenzell, auf dem Podium auf die Rolle der Armee ein.

Mit einem nicht ganz ernst gemeinten Blick auf die Entwicklung der Armee hiess Gemeindepräsident Rudolf Lippuner die Gäste willkommen. Die Armee habe sich der globalen Veränderung angepasst und sei deshalb bei der Bevölkerung weniger verankert.

Verletzlichkeit der Gesellschaft

Für Divisionär Hans-Peter Kellerhals ist klar: «Die Schweiz hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Diese Entwicklung wird sich in absehbarer Zeit fortsetzten, und mit der Globalisierung nimmt sowohl die Vernetzung als auch die Verletzlichkeit unserer Gesellschaft zu.» Dazu nannte er ein paar Eckdaten der «Schweizer Armee von morgen»: Wehrpflicht und Milizprinzip als Fundament; Sollbestand von 100 000 Angehörigen der Armee; ein Kostendach von fünf Milliarden Franken pro Jahr; rund fünf Millionen Diensttage pro Jahr.

Nationalrat Walter Müller aus Azmoos sieht die Schweiz nicht unmittelbar durch den Terrorismus bedroht, es gelte aber, wachsam zu bleiben. Er erläuterte den Begriff Sicherheit, die Beurteilung der Bedrohungslage, die zur Verfügung stehenden Mittel und die Rolle der Armee. Aus seiner Sicht hat sich die Bedrohungslage nicht grundsätzlich verändert. «Es gibt aber einige neue, anspruchsvolle Akzentuierungen», fügte Müller bei. Er nannte insbesondere die Bedrohung der Informationssicherheit, verbotene nachrichtendienstliche Aktivitäten sowie die Zunahmen jihadistischer Reisebewegungen.

Eine wichtige Versicherung

An der Podiumsdiskussion, die unter der Leitung von Enrico Mungo stand, nahmen nebst den beiden Referenten auch Kantonsratspräsident Paul Schlegel aus Grabs und der Werdenberger Unternehmer Urs Marquart teil.

Für Marquart ist der unsägliche Bürgerkrieg in Syrien ein Zeichen dafür, dass Unsicherheiten, Fehlmeinungen und Fehlentscheide um sich greifen. Die zunehmende Unsicherheit sei vor allem für international tätige Unternehmer ein wichtiges Thema – «und deshalb sehe ich die Armee als die dritte und letzte Versicherung im Land», sagte der Wirtschaftsvertreter.

Paul Schlegel wünscht sich eine vermehrte Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und Armee. Er betonte auf dem Podium: «Es braucht Vertrauen, denn durch die vielen Armeereformen wurden Unsicherheiten geschaffen.»

Für Walter Müller ist wichtig, dass die Antwort auf die Situation in Syrien und die Aktivitäten der IS («Islamischer Staat») eine Professionalität der Schweizer Armee sein muss. Hans-Peter Kellerhals ist überzeugt, dass Sicherheit im Land für die Wirtschaft wichtig ist und zur Standortattraktivität beiträgt.

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