Sicherheit für alle wird verbessert

Engagiert legte sich am Dienstagabend der Gemeinderat Sevelen für das Projekt Strassenraumgestaltung (SRG) ins Zeug. Einer provisorischen Nordumfahrung, einem Hauptanliegen der Kritiker, erteilte er eine deutliche Absage.

Heini Schwendener
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Visualisierung der Einmündung Arinstrasse in Sevelen von Süden: Etwa so wird dieser Abschnitt nach der Strassenraumgestaltung aussehen. (Bild: pd)

Visualisierung der Einmündung Arinstrasse in Sevelen von Süden: Etwa so wird dieser Abschnitt nach der Strassenraumgestaltung aussehen. (Bild: pd)

SEVELEN. In der Informationsveranstaltung vor der Urnenabstimmung am 14. Juni (vgl. Titelseite) versuchte der Gemeinderat, die Bürgerschaft von der Notwendigkeit und vom Nutzen der SRG zu überzeugen. Gemeindepräsident Roland Ledergerber sagte einleitend: «Den Strassenraum gestalten heisst folgendes: Als erstes ist die Funktionalität sicherzustellen. Das wiederum bedeutet, den Verkehrsfluss bei grösstmöglicher Sicherheit zu gewährleisten. Gestalten heisst aber auch, etwas Ansehnliches, Schönes zu bauen.»

Eine lange Vorgeschichte

Beim vorliegenden Projekt handle es sich, wie meist, um eine Kompromisslösung. Um sie im Kontext richtig einzuordnen, machte Ledergerber einen längeren Exkurs in die Vorgeschichte, die 2005 begann, als sich der damalige Gemeinderat anlässlich der Leitbild-Überarbeitung mit einer Nordumfahrung und dem Langsamverkehr intensiver zu beschäftigen begann. Allerdings wurde den Nordumfahrungs-Ideen seitens des Kantons schon zweimal eine Abfuhr erteilt. Mittels strassenbaulicher und gestalterischer Massnahmen soll nun aber erreicht werden, dass der Verkehr auf den dafür vorgesehenen (Kantons-)Strassen geführt und die Sicherheit aller, aber insbesondere der Fussgänger und Velofahrer erhöht wird. Eine wichtige Massnahme zur Erreichung dieser Ziele ist die Verlegung der Schildstrasse und der Bau eines Kreisels bei dessen Einlenker in die Kantonsstrasse.

Verkehrsfluss verlangsamen

Darüber hinaus sieht die SRG Sevelen vor, im Abschnitt vom Kreisel bis zum Wohntel für Radfahrer einen separat eingefärbten Verkehrsraum zur Verfügung zu stellen. Im Bereich Rietli wird das fehlende Trottoir auf der Ostseite der Strasse ergänzt. Teilweise werden Trottoir und Fahrbahn durch einen Grünstreifen getrennt. «Die Idee dieser Neukonzipierung ist es, den Verkehrsfluss durch Grünstreifen und Bepflanzung zu verlangsamen und dadurch die Verkehrssicherheit zu erhöhen», sagte Ledergerber. Entstehen sollen zudem zwei Verkehrsknoten mit Schutzinseln als sicherheitsrelevante Elemente für die Querungsvorgänge der Fussgänger. Bei den Einmündungen und bei fehlenden Trottoirs ist ein geringer Landerwerb nötig. Der Kreisel im Norden beansprucht mit über 1100 m2 den weitaus grössten Teil der total 1630 m2.

Der Gemeinderat sieht die Umsetzung der ersten Etappe der SRG als Grundlage, um in der Folge das Schwerverkehrsproblem auf der Guschastrasse mit Nachdruck lösen zu können.

Einstimmig steht der Gemeinderat hinter dieser ersten Etappe der Strassenraumgestaltung. Er betonte, dass die Gemeinde nur für dieses Projekt von der grossen finanziellen Unterstützung des Kantons profitieren könne. Der Kanton übernimmt 62,3 Prozent der Bruttokosten von 3,41 Millionen Franken.

Unterstützt wurde die Präsentation des Gemeinderates durch fachtechnische Ergänzungen seitens der Kantonspolizei (Werner Lendenmann) und des Tiefbauamtes (Ralf Bürki).

Kreisel nur mit SRG

Bürki, Leiter Strassenbau des Tiefbauamtes, führte aus, dass der Kreisel Schildstrasse nur im Rahmen der SRG mit diesem grossen Kantonsbeitrag rechnen könne. Ohne SRG müsste die Gemeinde weitgehend selber dafür aufkommen.

Die SBB machen nicht mit

Hans Engler und Fred Tischhauser vom Referendumskomitee erhielten die Gelegenheit, ihre Beweggründe für ein Nein am 14. Juni vorzustellen (vgl. W&O vom 30. Juni). Engler und Tischhauser plädierten unter anderem für eine provisorische Nordumfahrung, um die Guschastrasse und die Quartiere vom Schwerverkehr zu entlasten. Diese Idee wurde von den Behörden und den beiden Gästen zerpflückt: Die SBB würden sich nie an den Kosten eines erweiterten Niveauübergangs Eichholz beteiligen. Vielmehr hätten die SBB verschiedentlich kundgetan, dass sie diesen Niveauübergang am liebsten für immer schliessen möchten. Dagegen könnte die Gemeinde nichts machen, so der Tenor der Fachleute und der Behörden.