Sich auf die Suche nach Glück gemacht – und es gefunden?

BUCHS/SARGANS. Hufeisen, Glückskäfer oder vierblättriges Kleeblatt sind Symbole für das Glück. Acht Schülerinnen und Schüler des Schwerpunktfaches Bildnerisches Gestalten an der Kantonsschule Sargans haben sich im Rahmen der Maturaarbeit mit dem Thema auseinandergesetzt.

Reto Neurauter
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Mit Lehrerin Nicole Eisler haben sich Alessandra Wieland, Michelle Laschkolnig, Juliane Bilges, Laurenzia Savic, Birte Drews, Andri Laukas, Sophie Ashley und Tina Moser (von links) im Rahmen ihrer Maturaarbeit im Schwerpunkt Bildnerisches Gestalten mit dem Thema «Glück» auseinandergesetzt und sich unter dem farbigen Sonnenschirm voller Glückszettel versammelt. (Bild: Reto Neurauter)

Mit Lehrerin Nicole Eisler haben sich Alessandra Wieland, Michelle Laschkolnig, Juliane Bilges, Laurenzia Savic, Birte Drews, Andri Laukas, Sophie Ashley und Tina Moser (von links) im Rahmen ihrer Maturaarbeit im Schwerpunkt Bildnerisches Gestalten mit dem Thema «Glück» auseinandergesetzt und sich unter dem farbigen Sonnenschirm voller Glückszettel versammelt. (Bild: Reto Neurauter)

BUCHS/SARGANS. Hufeisen, Glückskäfer oder vierblättriges Kleeblatt sind Symbole für das Glück. Acht Schülerinnen und Schüler des Schwerpunktfaches Bildnerisches Gestalten an der Kantonsschule Sargans haben sich im Rahmen der Maturaarbeit mit dem Thema auseinandergesetzt. Das Ergebnis ist einzigartig und im Buchser fabriggli zu sehen.

Im kleinen Booklet voller dreiblättriger Kleeblätter zu dieser Ausstellung heisst es, dass Glück «eigentlich ein ziemlich unglücklicher Begriff ist». Denn: Unsere sonst so präzise Sprache «verwirre uns ausgerechnet beim höchsten der Gefühle».

Diese Verwirrung wollten Alessandra Wieland (Bad Ragaz), Michelle Laschkolnig (Sargans), Juliane Bilges Weesen), Laurenzia Savic (Sargans), Birte Drews (Schänis), Andri Laukas (Sargans), Sophie Ashley (Sevelen) und Tina Moser (Mels) nicht hinnehmen und sich im Rahmen ihrer Maturaarbeit mit Lehrerin Nicole Eisler ihrer eigenen Definition von Glück auf die Spur kommen. Eisler jedenfalls ist glücklich und stolz auf ihre Schülerinnen und Schüler, «die in den vergangenen vier Jahren zu kreativen und wissbegierigen jungen Menschen geworden sind». Und Elisabeth Gantenbein, die Zuständige für Ausstellungen im fabriggli, kann ihr Glücksgefühl kaum verbergen, so begeistert ist sie von dem, was «diese jungen kreativen Köpfe hier zeigen.» Es sei wichtig, dass die Kantonsschule mit einem musischen Fach im fabriggli zu Gast ist. «Ein vielversprechender Anfang für eine weitere Zusammenarbeit ist gemacht», sagt Gantenbein.

Glück berührt vielfältig

Und Glück kann – das zeigt diese Ausstellung – auf vielfältige Art die Menschen berühren. Da wäre Lenny, der kleine Pinguin, der für Laurenzia Savic Glück bedeutet, als Kinderbuch, «auch als Erinnerung an die Zeit, als meine Eltern und meine Grossmutter mir Gutenacht-Geschichten vorlasen». Oder die fünf Augenpaare von Alessandra Wieland, die für sie «der direkte Spiegel der Seele sind und das Gefühlsleben eines glücklichen Menschen widerspiegeln». Die Frage, ob wahres Glück nur eine Illusion ist, stellt sich Birte Drews mit ihren neun Bildern. Sie kommt nach längerem Nachdenken zum Schluss, dass das Glück immer surrealer wird. So ist ihre surreale Fotoreihe vom Glück entstanden, «in seiner ganzen Kurzlebigkeit, mit seiner negativen Seite, mit dem vermeintlichen Glück».

Vom Traum zur Realität

Mit seinem Kurzfilm auf zwei Bildebenen nähert sich Andri Laukas dem, was man Glück nennt. «Meine Absicht ist es, dass man das persönliche, individuelle Glück bis zum Ende des Films realisiert», so Laukas. Er zeige auch mit seiner Arbeit, was er als Glück verstehe.

Juliane Bilges hat ihr Glück in Öl festgehalten. «Farben, Stimmung und Landschaft stellen einen grossen Traum dar», so Bilges. Werde dieser Traum zur Realität, dann befinde man sich in einem Zustand des puren Glücks. Farben und Formen auf diesem Bild seien Ausdruck ihres ganz persönlichen Glücks.

Fünf fotografische Porträts von fünf verschiedenen Persönlichkeiten (eritreische Flüchtlinge) sind das Resultat von Tina Mosers Glückssuche, entstanden am Ende eines Fondueabends, «denn ich versuchte ihnen einen Funken Glück in ihren Alltag zu bringen».

Sammlung kleiner Momente

Sophie Ashley hat sich auf die Jagd nach dem Glück gemacht, sprach fremde Menschen an, was sie unter Glück verstehen. «Ich habe eine einfache Frage gestellt und ungewöhnliche Antworten bekommen», so Ashley. So sei das Glück eine «Sammlung kleiner Alltagsmomente geworden, behütet von einem Sonnenschirm». Der sichtbare Augenblick das Glücks für Michelle Laschkolnig hängt über den Köpfen, ist zerbrechlich und leuchtet, «die Skulptur eines glücklichen Wesens mit der leuchtenden Seele». Ihr Ziel sei es gewesen mit dieser Skulptur «den Moment des Glücks eines Wesens zu verkörpern».

Zu sehen sind die Glücks-Objekte im Werdenberger Kleintheater fabriggli bis Ende April, zu den üblichen Öffnungszeiten.