Sevelerberg als Ort der Begegnung

Früher sei der Zusammenhalt in der Streusiedlung Sevelerberg viel besser gewesen, finden ältere Anwohner. Mit dem Generationenprojekt «Träff am Bärg» soll sich dies nun ändern. Migros-Kulturprozent hat das Projekt mit 1000 Franken ausgezeichnet.

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Die Anwohner des Sevelerberges sollen sich wieder mehr treffen. «Träff am Bärg» liefert die passende Gelegenheit dazu. (Archivbild: Heini Schwendener)

Die Anwohner des Sevelerberges sollen sich wieder mehr treffen. «Träff am Bärg» liefert die passende Gelegenheit dazu. (Archivbild: Heini Schwendener)

SEVELERBERG. In der Streusiedlung Sevelerberg wohnen rund 200 Menschen. Durch den Wegzug der Schule und die Auflösung der Vereine gibt es aber kaum mehr Aktivitäten, an denen sie sich treffen können. Der Seniorengesprächskreis der Evangelischen Kirchgemeinde Sevelen findet, dass «der Zusammenhalt früher viel besser gewesen ist». Dies sagt der evangelische Pfarrer Richard Aebi gegenüber dem W&O. Er ist es, der die Anregung der Senioren aufgenommen und daraus das Projekt «Träff am Bärg» lanciert hat.

Essen und Unterhaltung

Der Projektwettbewerb von Migros-Kulturprozent, auf welchen Richard Aebi aufmerksam wurde, kam dabei gerade recht. Migros-Kulturprozent suchte Generationenprojekte, welche die Begegnung und den Dialog zwischen verschiedenen Generationen unterstützen und zudem den Kitt der Gesellschaft stärken und die Lebensqualität aller erhöhen. Das veranlasste Aebi, die Konfirmanden des Sevelerberges mit in das Projekt einzubeziehen. Der Seniorengesprächskreis und die Konfirmanden organisieren nun im Jahr 2015 zusammen mit Hilfe der Evangelischen Kirchgemeinde Sevelen zwei Treffen am Berg mit gemeinsamen Essen und Unterhaltung für die Bewohner des Sevelerberges. «Wir wollen damit einen Ort der Begegnung schaffen und den Zusammenhalt aller Anwohner stärken», sagt Aebi. Anfang nächsten Jahres sollen sich die Organisatoren treffen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. «Wir wollen nebst den Konfirmanden und Senioren auch Familien, welche auf dem Sevelerberg wohnen, in die Planung mit einschliessen.» Insgesamt würden etwa 18 Personen beim Planen helfen. «Wir gedenken beim <Träff am Bärg> eine kleine Festwirtschaft mit Musik zu betreiben.» Auch soll es ein Kinderprogramm für jüngste Bewohner des Sevelerberges geben. Die passende Infrastruktur muss erst noch gefunden werden. «Ich denke da an einen Bauernhof. Die Anlässe werden zwar im Sommer stattfinden, aber im Falle von Regen müssten wir einen Stall o. ä. zur Verfügung haben.» Schön wäre, wenn jemand vom Berg selber Musik machen könnte. Konkreteres zum Programm kann Aebi noch nicht sagen. Eingeladen sind alle Anwohner des Sevelerberges. «Wenn 100 Personen kommen, ist das mehr als erfreulich, schliesslich wäre das ja fast die Hälfte der Bewohner.» Finden die Treffen Anklang, könne sich Aebi vorstellen, dass es im Jahr 2016 weitere gibt.

1000 Franken von Migros

Migros-Kulturprozent hat das Projekt «Träff am Bärg» mit 1000 Franken ausgezeichnet (der W&O berichtete am Samstag). Es ist somit eines von fünf Projekten, welches aus ca. 20 ausgewählt wurde. «Das Projekt <Träff am Bärg> wurde deshalb berücksichtigt, weil die Streusiedlung Sevelerberg keine Schule, keinen Verein und keinen Treffpunkt mehr hat und deshalb private Initiativen besonders wichtig sind», sagt Natalie Brägger, Projektleiterin Kommunikation der Migros Ostschweiz. Ein weiterer Grund für die Auszeichnung sei, dass die Kirchgemeinde Sevelen hinter dem Projekt stehe. «Für private Ideenbringer ist es meistens schwieriger, Projekte umzusetzen», so Brägger weiter. Und als letzten Grund fügt sie an: «<Träff am Bärg> wird von Generationen für Generationen gemacht. Uns ist wichtig, dass die verschiedenen Generationen nicht nur am Treffen erscheinen, sondern ihn zusammen organisieren.» (ag)