SEVELEN/TURBENTHAL: Ein Fotoshooting, um Junge zu motivieren

Selber profitieren und lernen, wie er anderen die richtige Erstversorgung bieten kann: Das motiviert Michael Eggenberger dazu, Samariter zu sein. Als Fotomodell will er andere ebenfalls dafür gewinnen.

Thomas Schwizer
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Beim Fotoshooting: Maler Michael Eggenberger will Nachwuchs für die Samaritervereine gewinnen. (Bild: PD)

Beim Fotoshooting: Maler Michael Eggenberger will Nachwuchs für die Samaritervereine gewinnen. (Bild: PD)

Man kennt die Samariter als Erstversorger von kleineren Ver­letzungen oder Unwohlsein im Notfallzelt am Grümpelturnier oder an anderen Grossanlässen. Doch fast überall sind immer weniger Leute bereit, diese und weitere freiwillige Einsätze zu leisten, aber auch die notwendigen Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen zu absolvieren.

In den Vereinen wirken zwar zum Glück noch langjährige treue Helferinnen mit – und eher wenige Helfer. Ein grosses Problem ist aber bei allen Samaritervereinen die Rekrutierung von jungem Nachwuchs.

«Maler von Beruf – Samariter aus Berufung»

Genau das ist der Grund, warum der Seveler Michael Eggenberger dem Aufruf des Samariterbundes gefolgt ist und sich als Fotomodell für eine Kampagne zur Verfügung stellte. Er wird in nächster Zeit zusammen mit weiteren ­Samariterinnen und Samaritern schweizweit auf Bildern und Prospekten zu sehen sein, die für die aktuelle Sammlung des Samariterbundes verteilt werden.

Er wohnt zwar seit 2013 im zürcherischen Tösstal, ist aber heute noch sehr häufig in der W&O-Region, um seine engen familiären Bindungen in der Heimat zu pflegen, sagt er auf Anfrage. So lebt sein Göttimeitli in Sevelen, die Gotte seines jüngsten Kindes wohnt in Buchs, seine zwei besten Freunde leben in Grabs und Sevelen. Bei der Hochzeit von einem von ihnen wird er noch in diesem Jahr in der Region Werdenberg Treuzeuge sein dürfen.

Er hat sich bei seiner Heimatzeitung W&O gemeldet in der Hoffnung auf einen Zeitungsbericht über ihn als Model. Aber nicht etwa, weil er sich als Fotomodell propagieren will. Dem gelernten Maler und heutigen Vorarbeiter geht es vielmehr darum, vor allem junge Menschen zu motivieren, sich ebenfalls in einem Samariterverein zu engagieren. «Und zu zeigen, dass es auch junge Männer gibt, die dabei sind. So hofft er, die Wahrnehmung in der Bevölkerung etwas korrigieren zu können, dass Samariter sein «nur» etwas für ältere Leute sei. «Ich bin selbst aktiv dabei, weil ich für mich viel lernen und davon profitieren kann», sagt das frischgebackene Fotomodell.

«Es ist beruhigend, zu wissen, wie ich reagieren kann»

Eggenberger wirkt selbst erst seit zwei Jahren im Samariterverein Turbenthal und Umgebung mit. Im April dieses Jahres hat er alle Kurse besucht und abgeschlossen. Zuvor fehlte ihm dazu die Zeit, weil er jahrelang privat und militärisch im Hundesport aktiv war. Er ist froh, dass er heute Samariter ist. Oft wandere und bike er, zudem sei er viel mit dem Auto unterwegs. Da geschehen immer wieder Unfälle und andere Notfälle. «Dann ist es beruhigend, wenn ich weiss, wie ich reagieren und helfen kann», sagt er.

Deshalb hofft er, dass er als Werbegesicht mithelfen kann. Nicht nur um Spenden zu gewinnen, vor allem um jüngere Leute für die Samaritervereine moti­vieren zu können. Und zwar für jenen von Turbenthal und Um­gebung ebenso wie für jene «in meiner Heimat, die ich über alles liebe und schätze», betont er.

Thomas Schwizer

thomas.schwizer@wundo.ch

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