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SEVELEN/GAMS: Viel Einsatz für ein Kinderlachen

Über 1000 «Tröschterli» sind in den Händen von Hildegard Kaiser-Stücheli, Elsbeth und Bruno Mercoli schon entstanden. Ärzte schenken sie Kindern, um sie abzulenken oder ihnen den Kummer zu nehmen.
Unermüdlich stricken und häkeln Elsbeth und Bruno Mercoli aus Sevelen sowie Hildegard Kaiser-Stücheli aus Gams (von links) «Tröschterli» für Kinder. (Bild: Corinne Hanselmann)

Unermüdlich stricken und häkeln Elsbeth und Bruno Mercoli aus Sevelen sowie Hildegard Kaiser-Stücheli aus Gams (von links) «Tröschterli» für Kinder. (Bild: Corinne Hanselmann)

Corinne Hanselmann

Püppchen, Bärchen, Helikopter, Fische, Autos, Kätzchen, Hühner und Mäuse – gross ist die Vielfalt der bunten Figuren aus Wolle. Gestrickt oder gehäkelt und liebevoll verziert haben sie allesamt drei Pensionierte aus dem Werdenberg. Seit rund zehn Jahren investieren die 70-jährige Elsbeth Mercoli aus Sevelen und die 72-jährige Hildegard Kaiser-Stücheli aus Gams viel Zeit, um sogenannte «Tröschterli» herzustellen. Hildegard Kaiser-Stücheli verteilt sie jeweils an etwa zehn Spitäler, Arzt- und Zahnarztpraxen, Polizeiposten sowie der Feuerwehr im Werdenberg, Rheintal und Sarganserland. «Die freuen sich immer, wenn ich ihnen Tröschterli bringe und nehmen sie gerne», sagt sie. «Damit können sie die Kinder ablenken.»

Hat ein Kind etwa Angst vor einer Spritze oder ist es in einen Unfall involviert, schenken ihnen die Ärzte oder Polizisten eine der etwa 10 bis 25 Zentimeter grossen Figuren. So haben die Kinder etwas zum Festhalten und zum Kuscheln. «Man kann den Kleinen damit eine Freude machen und ihnen den Kummer nehmen», sind sich Elsbeth Mercoli und Hildegard Kaiser-Stücheli einig. Kennengelernt haben sie sich vor vielen Jahren im damaligen Wollcafé in Gams. Auch heute treffen sie sich monatlich mit Gleichgesinnten beim Handarbeitstreff Wartau im «Selva», Trübbach.

Viele Stunden Arbeit für jedes einzelne «Tröschterli»

Flink bewegen sich die Stricknadeln in den Händen, Masche für Masche wächst das Werk. Die Umrisse eines Bärchens sind langsam aber sicher erkennbar. Sind die Vorder- und die Rückseite fertig gestrickt, folgt die Feinarbeit: Der Bär will zusammengenäht, gestopft und mit Gesicht und Accessoires verziert werden. Viele Stunden investieren die Strickbegeisterten in jedes einzelne der kleinen «Kunstwerke». «Die Kinder haben Freude daran, das ist die Hauptsache», erklärt Elsbeth Mercoli, die schon seit der Schulzeit «lismet», ihre Motivation. «Und wenn man sieht, was aus der Arbeit wird, dann bekommt man richtig Freude», ergänzt Hildegard Kaiser-Stücheli.

«Wollten wir auf die Ski, mussten wir zuerst stricken»

Die Wolle finanzieren die Pensionierten selber. Ein 100-Gramm-Knäuel reicht meist für zwei bis drei Figuren. Sie entstehen meistens nach Anleitungen aus Strickheftchen.

Vor etwa fünf Jahren liess sich Elsbeth Mercolis Mann Bruno vom «Strickfieber» anstecken. Seither strickt auch er «Tröschterli». Wie bitte? Ein Mann, der stricken kann? «Aber sicher», sagt der 75-Jährige. «Als Kind musste ich zuhause beim Sockenstricken helfen», erinnert er sich. «Wollten wir zum Beispiel am Hang hinter dem Dorf Skifahren gehen, mussten wir zuerst einige Reihen stricken», erzählt er schmunzelnd. Danach hatte er aber jahrelang nie mehr Stricknadeln in den Fingern. «Aber wenn man das Lismen mal kann, verlernt man es nicht», sagt Bruno Mercoli. Selbst das Anschlagen der Maschen stellt für ihn kein Problem dar.

Elsbeth Mercoli strickt nicht nur lustige Tierfiguren als «Tröschterli». Im Wohnzimmer stapeln sich Käppchen, Finkli und Decken. Einen Teil davon gibt sie jeweils Bettina Kuria-Isler vom Grabserberg für das Maisha-Mema-Hilfsprojekt in Tansania. Einen Stapel roter Mützen hat sie kürzlich im Rahmen des Projekts «Zeig Herz, trag Rot» für herzkranke Kinder gemacht.

Püppchen, Bärchen, Helikopter, Fische, Autos, Kätzchen, Hühner und Mäuse – gross ist die Vielfalt der bunten Figuren aus Wolle. (Bild: Corinne Hanselmann)

Püppchen, Bärchen, Helikopter, Fische, Autos, Kätzchen, Hühner und Mäuse – gross ist die Vielfalt der bunten Figuren aus Wolle. (Bild: Corinne Hanselmann)

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