SEVELEN: Zukunftsweisendes Projekt

Fast wäre der Rebbau auf dem Storchenbüel aufgegeben worden. Doch nun wird dank des Weinguts Schloss Salenegg ein neues Kapitel Weinbaugeschichte geschrieben.

Heini Schwendener
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Eine Reblage ohne Reben: Im nächsten Mai wird auf dem Storchen­büel die Rebsorte Baco Noir angepflanzt. (Bild: Heini Schwendener)

Eine Reblage ohne Reben: Im nächsten Mai wird auf dem Storchen­büel die Rebsorte Baco Noir angepflanzt. (Bild: Heini Schwendener)

Heini Schwendener

heini.schwendener@wundo.ch

Seit Jahrhunderten ist der Storchenbüel in Sevelen eine der sonnigsten Reblagen im Kanton. Doch nun wurden alle Rebstöcke gerodet. Damit geht aber die Weinbaugeschichte auf diesem markanten Hügel im Zentrum des Dorfes nicht etwa zu Ende, sondern es wird ein neues Kapital geschrieben. Mali Gubser verpachtet ihre Reblage nämlich nun an das Weingut Schloss Salenegg in Maienfeld. Dessen Besitzerin Helene von Gugelberg lanciert in Sevelen eine Versuchsanlage für den Anbau der Rebsorte Baco Noir. Diese bedeckte in ihrer Blütezeit 11000 Hektaren Rebfläche, vor allem im Burgund. Heute sind Baco-Noir-Reben in Europa nur noch von marginaler Bedeutung, in den USA und Kanada haben sie sich aber prächtig entwickelt.

Dank des Engagements des Weinguts Salenegg bleibt also die kulturhistorisch wichtige Reblage Storchenbüel erhalten. Es handelt sich um eine alte Anlage, die kaum maschinell bewirtschaftet werden kann. Wenn der Versuch mit dem biologischen Anbau der genügsamen Baco-Noir-Reben in Sevelen ein Erfolg wird, kann sich Helene von Gugelberg gut vorstellen, dass künftig auch in ihren maschinell schwer zugänglichen Rebbergen in der Bündner Herrschaft dereinst Baco Noir angebaut wird.

Überglücklich, dass weiter Wein angebaut wird

Mali Gubser, die vor der Aufgabe des Rebbaus stand, weil es immer schwieriger wurde, einen Pächter zu finden, ist überglücklich. Sie freut sich, dass ihr Storchenbüel zum Schauplatz eines zukunftsweisenden Projekts wird. Eines, das gut zum öffentlich zugänglichen Skulpturenpark ihres Lebensgefährten Gert Gschwendtner auf dem Storchenbüel passt.3