Sevelen zeigt sich solidarisch

Am Mittwoch trafen sich um die 55 Menschen zum Gründungstreffen der ersten Seveler Solidaritätsgruppe. Ziel der Gruppe ist es, bei Asylsuchenden Einsätze zu leisten, wo sie fehlen. Die Hilfe soll koordiniert werden – auch überregional.

Alexandra Gächter
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Mitglieder der Spurgruppe und Mitarbeiter der Gemeinde sowie der Mintegra informierten am ersten Solidaritätstreffen: Richard Aebi, Ruth Kühne, Elisabeth Gantenbein Breuer, Leonilde Benz, Helen Weder, Matthias Herrchen, Peter Maier, Roland Ledergerber und Jakob Gähwiler. (Bild: Alexandra Gächter)

Mitglieder der Spurgruppe und Mitarbeiter der Gemeinde sowie der Mintegra informierten am ersten Solidaritätstreffen: Richard Aebi, Ruth Kühne, Elisabeth Gantenbein Breuer, Leonilde Benz, Helen Weder, Matthias Herrchen, Peter Maier, Roland Ledergerber und Jakob Gähwiler. (Bild: Alexandra Gächter)

SEVELEN. Wie und wo kann man helfen? Das ist eine Frage, die sich Private angesichts der steigenden Anzahl Asylsuchender vermehrt stellen. Auch Elisabeth Gantenbein Breuer und Ruth Kühne, die Initiantinnen der Solidaritätsgruppe, überlegten sich, wie man helfen kann. Sie kamen zum Schluss, dass Hilfe am sinnvollsten ist, wenn die Helfer untereinander vernetzt sind und die Hilfe organisiert und koordiniert wird. Aus diesem Grund wurde am Mittwochabend in der Aula Gadretsch die Solidaritätsgruppe namens «Spurgruppe» gegründet. Elisabeth Gantenbein Breuer erzählte am Mittwoch, dass es noch gar nicht lange her ist, als auch Werdenberger auf fremde Hilfe angewiesen waren. «Mein Urgrossvater flüchtete vor der Armut nach Amerika. Seine Familie wollte er nachholen. Es kam anders. Er starb, seine Kinder blieben hier. So wuchs meine Grossmutter und dadurch auch ich hier auf.»

Deutschunterricht erteilen

Das Ziel der neu gegründeten «Spurgruppe» ist es, bei Asylsuchenden Einsätze zu leisten, wo sie fehlen, um somit Angebotslücken zu schliessen. Bereits ist ein Begegnungsort entstanden, wo Menschen, die fremd sind, sich treffen können: Der Seveler Frauentreff für Flüchtlinge findet jeweils am Donnerstag, um 9.30 Uhr im Stübli der katholischen Kirche statt. Weitere Räume für Begegnungen werden gesucht. Zudem werden Menschen gesucht, welche den Asylsuchenden regelmässig und ehrenamtlich Deutsch unterrichten. Auch einmalige Hilfe ist willkommen: Eine Flüchtlingsfamilie zum Essen einladen, mit ihnen reden und mit den Kindern spielen, sei ebenso wichtig wie Fahrdienste zu übernehmen oder die fremden Menschen an Veranstaltungen mitzunehmen, hiess es am Gründungstreffen.

Wohnungen gesucht

Gemeindepräsident Roland Ledergerber äusserte ein weiteres Bedürfnis: «Wir benötigen dringend günstigen Wohnraum für Familien. Nach Verteilschlüssel muss die Gemeinde 33 Asylsuchende aufnehmen. Dieses Soll ist noch nicht ganz erfüllt.» Familien würden bevorzugt, weil diese viel besser harmonieren. «Werden vier allein reisende Männer zusammen in eine Wohnung gesteckt, sind Hahnenkämpfe und Streit vorprogrammiert. Auch stellen sie im Gegensatz zu Familien eher Forderungen.» Integration beginne bei den kleinen Sachen. Es gäbe beispielsweise Afghanen, welche nicht wissen, wie man einen Herd oder eine Toilette benutzt, sagt Ledergerber. So lande ein Schnitzel ohne Pfanne auf der Herdplatte.

Am Ende des Solidaritätstreffens schlossen sich um die 30 Anwesende der «Spurgruppe» an. Weitere Mitglieder, auch ausserhalb Sevelens, sind willkommen.

Interessierte können sich bei Elisabeth Gantenbein Breuer melden: gantenbein.e@rsnweb.ch.