SEVELEN: Unterhaltsame Suche nach Walter

Die Theatergruppe Sapperlott führte am Freitag ihr Stück «Wo ist Walter?» zum ersten Mal auf. Die Besucher liessen sich auf eine spannende Suche nach dem verlorenen Familienvater mitreissen.

Carmina Wälti
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Nach monatelangem Proben war die Premiere des Theaterstücks der Gruppe Sapperlott ein voller Erfolg. (Bilder: Carmina Wälti)

Nach monatelangem Proben war die Premiere des Theaterstücks der Gruppe Sapperlott ein voller Erfolg. (Bilder: Carmina Wälti)

Carmina Wälti

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Die Premiere in der Evangelisch-methodistischen Kirche Sevelen am 24. November war ausverkauft, das Publikum gespannt auf die Eigenkreation von Julia Keller und Giuseppe Carrabs. Die Stücke der Theatergruppe Sapperlott sollen auch immer auch eine Botschaft vermitteln. Dieses Jahr drehte sich alles um das Thema Familie. Schon vor dem Auftritt der Schauspieler wurde den Besuchern die leckere Vorspeise des 6-Gänge-Menus serviert. Danach standen abwechslungsweise die Schauspieler auf der Bühne und die verschiedenen Gänge wurden speditiv und choreografisch schön anzusehen von vielen freiwilligen Helfern aufgetischt. So lief das weiter bis zum Finale und dem Dessert. Wer von Anfang an aufpasste, bemerkte schon bei der Begrüssung den geheimnisvollen Mann, der auf der Bühne einen Mantel anzieht und stillschweigend wieder davonläuft. Dieser entpuppt sich später als Inspektor Palumbo, welcher sich auf die Suche nach dem verschwundenen Walter macht.

Ein Inspektor voller Lebensweisheiten

Man merkt schnell, dass Walter einsam ist. Nichts wünscht er sich sehnlicher, als dass ihn seine drei Kinder an Weihnachten besuchen kommen. Als er eine Absage nach der anderen erhält, steht ihm die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Das ist aber nicht seine einzige Sorge: Walter hat Schwarzgeld. Nachdem er verzweifelt Rat bei einer Anwältin gesucht hat, verschwindet er scheinbar spurlos. An diesem Punkt kommt Inspektor Palumbo ins Spiel. Er sucht jedes der drei Kinder auf und schnell bekommt man zu spüren, wie schlecht die Familienverhältnisse wirklich sind. Die zwei Söhne und die Tochter haben mittlerweile ihr eigenes Leben und andere Pro­bleme, als sich um den Vater zu kümmern. Auch wenn sie zunächst skeptisch sind, hat Palumbo auf jede Frage eine Lebensweisheit parat und trifft damit jeweils genau ins Schwarze. Die Kinder merken allmählich, wie sehr sie die Familie vernachlässigt haben, und rücken auf der Suche nach ihrem Vater wieder näher zusammen.

Die Begeisterung des Publikums war mit dem Schlussapplaus nicht zu überhören. Nach der Aufführung gab es viele Komplimente an die Darsteller, weil diese mit Überzeugung den Charakteren Leben einhauchten. Am Wochenende heisst es noch drei weitere Male: «Wo ist Walter?» – für den Sonntag, 3. Dezember, sind noch wenige Plätze frei.