SEVELEN: Steuerfuss um 14 Prozent gesenkt

Die Bürger der Politischen Gemeinde haben das Budget 2018 gutgeheissen. Damit sagen sie unter anderem Ja zu einer Steuerfusssenkung auf 125 Prozent und Ja zu Planungskrediten für Schulraumerweiterungen.

Corinne Hanselmann
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Corinne Hanselmann

corinne.hanselmann@wundo.ch

146 Stimmberechtigte fanden sich am Dienstagabend zur Bürgerversammlung im Gemeindesaal ein. Der Gemeindepräsident, Roland Ledergerber, erläuterte wichtige Punkte aus dem Budget 2018 und begründete die vom Gemeinderat beantragte Steuerfusssenkung um 14 Prozent auf neu 125 Prozent. «Die Gemeinde Sevelen hat im regionalen Vergleich mit 139 Prozent einen eher hohen Steuerfuss», so der Gemeindepräsident. In der kantonalen Rangliste liege Sevelen auf Platz 40 von 77 Gemeinden. Um die Steuerkraft zu erhöhen und gute Steuerzahler anzuziehen, sei es unumgänglich, den Steuerfuss zu senken. Der Gemeinderat sei überzeugt, dass man den Steuerfuss senken könne, ohne auf die in den kommenden Jahren geplanten Investitionen verzichten zu müssen, so Ledergerber.

Das Budget 2018 sieht einen Ertragsüberschuss von 238 000 Franken vor. Dies bei einem Steuerfuss von 125 Prozent. Gemäss Budget wird das Netto­vermögen Ende 2018 noch 9,1 Millionen Franken betragen. Wegen anstehenden Investitionen wird daraus aber bis 2022 eine Nettoschuld in der Höhe von rund 13 Millionen Franken.

Pädagogische Entwicklung und höhere Schülerzahlen

Ein grosser Posten im Finanzplan der kommenden Jahre ist die Schulraumerweiterung auf Primar- und Oberstufe für rund 13,2 Mio. Franken. Diese kommt für die Bürgerinnen und Bürger etwas überraschend. Schulrats­präsidentin Esther Hagmann erläuterte die Gründe dafür: «Die steigenden Schülerzahlen und die Vorschriften vom Kanton bezüglich Klassengrösse zwingen uns dazu, viele Klassen dreifach zu führen.» Für mehr Klassen brauche man auch mehr Räume, spätestens ab dem Schuljahr 2019/2020. Um die Erweiterungen zu planen, sind für das Primarschulhaus Gadretsch 400 000 Franken im Budget 2018, für das Oberstufenzentrum Galstramm 250 000 Franken. Vorgesehen sind unter anderem mehrere Klassenzimmer und Räume für die Kinderbetreuung. Bis März 2018 soll ein Bauprojekt ausgearbeitet werden – im Juni 2018 soll es an die Urne. Baubeginn wäre denn bereits Sommer/Herbst des kommenden Jahres. Hagmann gibt zu, dass dies ein sehr optimistischer Zeitplan sei, aber man sei unter Zeitdruck.

Antrag auf Streichung der Lohnerhöhung abgelehnt

Anlass zur Diskussion gab die aus dem Budget 2018 ersichtliche Lohnerhöhung des Gemeindepräsidenten. Ein Bürger stellte vor der Abstimmung den Antrag, ­diese zu streichen. Er begrün­dete dies damit, dass Ledergerber die Leitung der Betriebskommission Elektrizitäts- und Wasserwerke abgegeben und dadurch weniger Arbeit habe und dass die Reali­sierung des Betagtenheims ein «Fiasko» sei (siehe Kasten). Dafür müsse jemand den Kopf hinhalten. Ledergerber seinerseits begründete die Lohnerhöhung damit, dass er in zahlreichen regionalen Kommissionen arbeite, die Sitzungsgelder davon aber in die Gemeindekasse fliessen. Der Antrag wurde abgelehnt. 7 Bürger stimmten zu, rund 40 enthielten sich der Stimme.

Das Budget 2018 haben die Sevelerinnen und Seveler deutlich angenommen – mit einer Gegenstimme und fünf Enthaltungen. Ledergerber bedankte sich bei den Bürgern für das Vertrauen. Nach gut eineinhalb Stunden konnte er die Budget-Bürger­versammlung schliessen.