SEVELEN: Räume aktiv gestalten

Claire Angehrn verabschiedet, das neue Leitbild vorgestellt und die Verzögerungen bei der Schutzverordnung aufgezeigt: Dies waren einige der Themen an der Informationsveranstaltung der Gemeinde Sevelen.

Alexandra Gächter
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Gemeindepräsident Roland Ledergerber verabschiedete an der Informationsveranstaltung die Gemeinderatsschreiberin Claire Angehrn mit einem Blumenstrauss. (Bild: Alexandra Gächter)

Gemeindepräsident Roland Ledergerber verabschiedete an der Informationsveranstaltung die Gemeinderatsschreiberin Claire Angehrn mit einem Blumenstrauss. (Bild: Alexandra Gächter)

Alexandra Gächter

alexandra.gaechter

@wundo.ch

Trotz des schönen Wetters fanden sich am Dienstagabend zahlreiche Sevelerinnen und Seveler zur Informationsveranstaltung der Gemeinde ein. Gemeindepräsident Roland Ledergerber informierte die Anwesenden über die wichtigsten Neuigkeiten.

Nach gut 15 Jahren verlässt die Gemeinderatsschreiberin Claire Angehrn Sevelen. «Sie hat der Verwaltung im Rathaus ein Gesicht gegeben, war Kanzlistin mit Herz und Gefühl und hat für ein gutes Klima gesorgt», sagte Roland Ledergerber. Mit einem grossen Blumenstrauss und ebensolchem Applaus wurde sie verabschiedet. Auch einen Blumenstrauss erhielt Susanna Solenthaler. Sie wird die Nachfolge von Claire Angehrn antreten.

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Wie soll Sevelen im Jahr 2020 aussehen? Mit dieser Frage haben sich die Gemeinderäte auseinandergesetzt. Daraus entstanden ist das neue Leitbild der Gemeinde. Darin sind folgende drei Schwerpunktziele festgelegt. Kommunikation: Sevelen gibt und bietet der interessierten Bevölkerung Raum für Kommunikation und Mitsprache. Raumkonzept: Sevelen gestaltet ihre Räume aktiv und zielorientiert. Die anstehenden Anpassungen an das Raumplanungskonzept verstehen sie als Chance dazu und schöpfen ihre Möglichkeiten vollumfänglich und nachhaltig aus. Finanzen: Sevelen erhöht durch gezielte Einflussnahme die Steuerkraft der natürlichen Personen und vergrössert dadurch ihren finanziellen Spielraum.

Danach informierte Roland Ledergerber über das Planungs- und Baugesetz, über die Gemeindeinfrastruktur und den Stand der Schutzverordnung. Schulratspräsidentin Esther Hagmann zeigte auf, dass die Schule mehr Raum benötigt (siehe Titelseite), und Gemeinderätin Claudia Billet informierte über das neue Betagtenheim Büelriet. Der aktuelle Stand ist, dass das Betagtenheim als Gemeindeliegenschaft geplant, finanziert und selber betrieben werden soll. Der Bauherrenvertreter ist bestimmt und die Projektorganisation festgelegt. Derzeit läuft die Ausschreibung für die Bauherrschaft.

Betreffend der Anpassungen, die wegen des neuen Planungs- und Baugesetzes nötig werden, sucht die Gemeinde ein Planungsbüro, sagte Ledergerber. Weiteres beschäftigt sich die ­Gemeinde mit der Frage, welche Standorte sich für den Gemeindesaal, den Werkhof und die Feuerwehr eignen könnten. Die möglichen Standorte «Almeisli», «Schild» und «Gadretsch» werden derzeit mittels einer Machbarkeitsstudie geprüft.

Das Spiel geht wieder von vorne los

Die Schutzverordnung wird bereits seit mehreren Jahren überarbeitet. Einsprachen und Re­kurse haben zu Verzögerungen ­geführt. Die Ortsgemeinde hat gegen die 4. Auflage Einsprache erhoben, welche von der Politischen Gemeinde nicht gutgeheissen wurde. In der Folge hat die Ortsgemeinde beim Baudepartement einen Rekurs eingereicht. Der Entscheid des Baudepartements ist noch hängig.

Weiteres hat die Firma Basaltstein AG Einsprache gegen die 1., 2. und 4. Auflage erhoben. Die Gemeinde hat diese Einsprachen abgewiesen, da die Firma ihrer Meinung nach nicht legitimiert sei, eine Einsprache zu erheben. Ebenfalls hat das Baudepartement den darauffolgenden Rekurs nicht gutgeheissen.

Das Verwaltungsgericht befand jedoch, dass die Firma Basaltstein AG legitimiert ist, Einsprache zu erheben, und hat deshalb die Beschwerde der Firma gutgeheissen. «Das heisst, dass das Spiel wieder von vorne ­losgeht», sagte Ledergerber. Die Gemeinde habe unterdessen bereits wieder alle drei Einsprachen der Firma Basaltstein AG abgelehnt. Es sei damit zu rechnen, dass die Firma erneut Rekurs ­einlegt.

Im Anschluss an die Versammlung lebte Sevelen bereits einen Teil ihres neuen Leitbildes. Die Musikgesellschaft hielt ein Platzkonzert, und die Landfrauen offerierten einen Apéro riche. Es entstand Raum für Kommunikation und Raum für Begegnungen. Die Anwesenden nutzten dies bis sehr spät in die Abendstunden.