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SEVELEN: Neue Perspektive für den Ruhestand

Wenn Regula Brander an ihrem Arbeitstisch im Atelier steht, kann sie Zeit und Raum vergessen. Dann versinkt sie ganz in die kreative Tätigkeit. Dieses Hobby gab ihr neue Perspektiven nach der Pensionierung.
Regula Brander fertigt filigrane und kunstvolle Werke aus Filz. (Bild: Benjamin Manser)

Regula Brander fertigt filigrane und kunstvolle Werke aus Filz. (Bild: Benjamin Manser)

Adi Lippuner

Rund ein Jahr vor Erreichung des Pensionsalters machte sich die Seveler Sozialarbeiterin und ausgebildete Krankenschwester Gedanken, wie sie ihre Tage nach dem Rückzug aus dem aktiven Berufsleben gestalten werde. «Mir war klar, dass mit der Pensionierung ein wichtiger Bereich der Tagesstruktur wegfallen wird, dass die sozialen Kontakte fehlen werden und ich mich deshalb rechtzeitig auf die Veränderungen vorbereiten muss.» Weil sie sich nicht ganz sicher war, welche Beschäftigung ihr Spass machen würde, habe sie vorsorglich ihre Nähmaschine revidieren lassen. «Näh- und Flickarbeiten habe ich schon früher gerne ausgeführt und dies wäre allenfalls eine Option gewesen.»


Doch dann kam alles ganz anders: Beim Besuch einer Ausstellung in Buchs entdeckte sie filigrane Filzkunst und war davon fasziniert. «Ich wollte wissen, ob ich so etwas auch herstellen kann und habe mich für einen Kurs angemeldet. Parallel zum Kurs versuchte ich daheim eigene Werke zu realisieren und habe aus den so gemachten Fehlern viel gelernt», blickt Regula Brander zurück.

Raus aus dem Kämmerlein

Schon ein Jahr nach den ersten Gehversuchen mit der Filzkunst beteiligte sie sich an der Ausstellung Creativa in Sevelen. «Ich wollte wissen, ob meine Ideen bei den Besuchern ankommen. Und zudem ist es für alle Kunstschaffenden wichtig, nicht nur im stillen Kämmerlein zu werkeln, sondern sich der Bewertung durch das Publikum zu stellen.» Wenn sie allerdings die anfänglich hergestellten Sachen betrachte, seien ihre Kenntnisse noch bescheiden gewesen, blickt sie kritisch auf das Jahr 2008 zurück.

Inzwischen hat sich Regula Brander kontinuierlich weitergebildet, auch dank der Filzszene Graubünden, heute heisst sie Filzszene Schweiz. «Dort lerne ich talentierte Frauen kennen und bekam auch Gelegenheit für Reisen ins Ausland.» Vor allem die Filzkünstlerinnen in Dänemark haben sie beeindruckt. «Diese wunderbaren Farben und die verschiedenen Sachen, von einfachen Dekorationsgegenständen bis hin zum Hochzeitskleid, sind in Dänemark entstanden», schwärmt sie beim Zeigen. Unvergessen bleibt auch der Einsatz mit den Bündnerinnen zur Realisierung eines Kunstwerks für das renovierte Altersheim Kantengut in Chur.

Ein befriedigendes Hobby
Auch wenn die Seveler Filzkünstlerin sich an immer filigranere Werke wagt und an verschiedenen Ausstellungen präsent ist, betont sie. «Filzen ist und bleibt mein grosses Hobby, ich will dar­aus keinen Erwerb machen. Es stellt mich zufrieden, wenn ich ab und zu etwas verkaufen kann und damit einen Teil der Materialkosten hereinhole.» Apropos Material: Da legt sie grossen Wert auf europäische Wolle.

«Leider lässt sich die Wolle des weissen Alpenschafes, das bei uns heimisch ist, nicht zu feinen Sachen verarbeiten», bedauert die Filzkünstlerin. Dies ganz im Gegensatz zur Wolle des Walliser Schwarznasenschafes, welche, vor allem gemischt mir Merinowolle, hervorragende Resultate ermögliche.

Ein gutes Umfeld
Die 73-jährige Regula Brander ist bereits seit 22 Jahren verwitwet. Mit ihrer Familie, insbesondere auch der Enkeltochter Nina, pflegt sie regen Kontakt. «Es ist immer wieder eine grosse Freude, wenn Nina bei mir ist und wir uns unterhalten können», erzählt die Grossmutter. «Aber auch Freundschaften werden regelmässig gepflegt, denn wer allein lebt, muss auf die Menschen zugehen können», ist ihre Überzeugung.

Während in den Wintermonaten Filzen und regelmässige Bewegung an der frischen Luft auf dem Programm stehen, haben im Sommer ­Velofahren, Bergwandern und Schwimmen einen hohen Stellenwert. «So kann ich ein zufriedenes, ausgeglichenes Leben führen und hoffe, dass meine Kräfte noch viele Jahre reichen, um meinem geliebten Hobby frönen zu können.»

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