SEVELEN: Lebensraum bewusst wahrnehmen

Der gemeinsame Wandertag der Gemeinde, der Ortsgemeinde und des Forstes bot den Teilnehmenden einen bewussten Einblick in einen vielfältigen Lebensraum – direkt vor der Haustüre.

Heidy Beyeler
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Ursula Wunder referierte über die gute Wasserqualität der Fliessgewässer am Sevelerberg.

Ursula Wunder referierte über die gute Wasserqualität der Fliessgewässer am Sevelerberg.

Heidy Beyeler

redaktion@wundo.ch

Der Anlass vom Samstagvormittag wurde initiiert und gestaltet von der Umwelt- und Naturschutzkommission unter der Leitung von Gemeinderätin Ursula Wunder. Er bot Interessierten ein breit gefächertes Spektrum rund um die Artenvielfalt, die man zum Teil nicht von blossem Auge erkennen kann.

Was ist denn Biodiversität? Diese Frage stellte Gemeindepräsident Roland Ledergeber anlässlich der Begrüssung in den Raum. «Biodiversität hat nichts mit Universität zu tun. Und, es ist auch kein Sammelbegriff aller naturgemachten Produkte der Grossverteiler.» Biodiversität stehe für eine Natur, mit einer Vielfalt an Lebewesen und Lebensräumen. «Auch die genetische Vielfalt ist ein Teil er Biodiversität», stellt Ledergerber fest, «und deshalb sind wir auch alle an unserem Lebensraum beteiligt, ob wir das wollen oder nicht.»

Wein vom Bürgerwingert kredenzt

Und so nahm die Wandergruppe von rund 25 Teilnehmenden den Weg motiviert unter die Füsse in Richtung Seveler Schluchtenweg. Schon nach wenigen Mi­nuten wurde Halt gemacht. Jürg Trümpler liess Revue passieren, wie der kleine Bürgerwingert Stampf wieder entstand und dort nun 270 Johanniter-Rebstöcke gedeihen. Dazu kredenzte er einen Schluck vom trockenen, würzigen Seveler Johanniter-Weisswein, der im vergangenen Jahr erstmals gekeltert wurde.

Und dann ging es den stotzigen Schluchtenweg hinauf. Auf halber Strecke gab es eine Verschnaufpause und interessante Informationen vom Seveler Revierförster Peter Benz. Er sprach über die Waldrandpflege, die eine wichtige Rolle für die Biodiversität darstellt, die damit einen günstigen Lebensraum schaffen für kleine, aber umso wichtigere Lebewesen, die dort ihr Biotop finden. Mit den Krautstreifen und den wertvollen Sträuchern, welche Nahrung für Vögel und weitere Tiere bieten, gewinnt die Artenvielfalt an Boden.

Peter Benz stellte auf anschauliche Weise dar, wie der Wald gepflegt werden muss, damit er den künftigen Generationen im Hinblick auf eine nach­haltige Waldwirtschaft erhalten bleiben wird. «Im Wald werden wir immer beobachten, wie sich die Natur verhält und entwickelt – sei es in Bezug auf Wetterver­hältnisse, auf das Verhalten der Wildtiere und der Umwelt. Und, wir müssen in langjährigen Ent­wicklungsphasen des Waldes denken.»

Danach ging es weiter, hinauf zum Valschnära-Hof, dem Landwirtschaftsbetrieb der Familie Schoch. Dass die Landwirtschaft heutzutage einen grossen Beitrag zur Biodiversität beziehungs­weise zur Artenvielfalt beiträgt, erklärte Christian Vetsch, Verwaltungsrat der Ortsgemeinde. Sieben Prozent Biodiversitäts­förderfläche muss jeder Landwirt ausweisen, wenn er in den Genuss von Direktzahlungen kommen will. Der Valschnära-Hof bewegt sich auf hohem Niveau, was die Biodiversität anbelangt, darüber ist Jakob Schoch stolz. «Unsere Ökoflächen machen nicht sieben Prozent der gesamten Fläche aus, sondern dreimal mehr, nämlich 21,5 Prozent.»

Auf dem Abstieg nach Sevelen – der Saar entlang – bestätigte Ursula Wunder an er Schlittbrugg, was sich alle erhofften: «Das Wasser der Fliessgewässer am Sevelerberg ist von guter Qualität. Anhand von Wasserproben stellte Ursula Wunder unter dem mitgebrachten Mikroskop wichtige Lebewesen fest, die klar auf die gute Wasserqualität hinweisen und auch als wichtige Futter­quelle für die zuvor gesichteten Bachforellen dienen.

Erfolg ruft nach einer Wiederholung

Der Waldweg entlang der Gletschermühlen zum Werkhof ­Almeisli war schliesslich ein krönender Abschluss dieser Wanderung. Bei einem guten und reichlichen 3-Gänge-Menu stärkten sich die Gäste und diskutierten ausführlich über den Lebensraum rund um Sevelen, den es zu erhalten, zu schätzen und zu fördern gelte. «Wir planen im nächsten Jahr wieder einen ähnlichen Anlass zum Thema Artenvielfalt zu organisieren», sagte Ursula Wunder nach der gelungenen Wanderung mit inhaltsreichen Informationen zufrieden.