SEVELEN: Johanniter vom Geissbergtobel

Kürzlich hat die Pensioniertengruppe, die den Wingert Geissbergtobel wieder in Betrieb genommen hat, zusammen mit dem Verwaltungsrat der Ortsgemeinde ihren ersten Johanniter im Weinkeller degustiert.

Heini Schwendener
Drucken
Teilen
Freudig und stolz besuchten die Hobbywinzer zusammen mit den Mitgliedern des Verwaltungsrates der Ortsgemeinde Sevelen den Weinkeller von Roman Rutishauser in Thal.B (Bild: ilder: PD)

Freudig und stolz besuchten die Hobbywinzer zusammen mit den Mitgliedern des Verwaltungsrates der Ortsgemeinde Sevelen den Weinkeller von Roman Rutishauser in Thal.B (Bild: ilder: PD)

Heini Schwendener

Grosse Momente haben Jürg Trümpler, Markus Bless, Noldi Freund und Karl Fischer in den vergangenen Jahren schon viele erlebt, seit sie sich mit Peter Eugster und Franz Leuenberger vor Jahren dazu entschlossen ­haben, den einstigen Rebberg Geissbergtobel wieder zu akti­vieren. Der 26. Januar 2017 wird ihnen aber wohl noch lange in besonderer Erinnerung bleiben. Zusammen mit dem Verwaltungsrat der Ortsgemeinde hat die Pensioniertengruppe nämlich im Weinkeller von Roman Rutishauser in Thal den ersten Johanniter-Wein vom Geissbergtobel-Wingert degustiert.

Jürg Trümpler, der Initiant des Rebbauprojekts, für das die Ortsgemeinde Sevelen das Patronat übernommen hat, erzählt: «Es war ein toller Moment, als wir unseren Wein degustieren konnten. Wir sind richtig stolz.» Und mit einem breiten Lachen ergänzt er: «Es gibt natürlich auf der ganzen Welt keinen besseren Wein als unseren.»

315 Kilogramm Trauben geerntet

Um dann wieder ernsthafter zu werden. «Wir waren überrascht vom Ertrag», sagt Jürg Trümpler. 315 Kilogramm Trauben konnten von den inzwischen 275 jungen Rebstöcken geerntet werden. 270 Johanniter-Rebstöcke haben die rüstigen Senioren 2014 angepflanzt, fünf sind eingegangen und mussten ersetzt werden. Da die Hobbywinzer zehn Rebstöcke besorgt hatten, gibt es nun also 275 im neuen Seveler Wingert am Eingang zum Geissbergtobel.

Der Jahrgang 2016 des Seveler Weissweins mit 83 Oechsle wird etwa 400 Halbliterflaschen Ertrag abwerfen. Der Johanniter vom Geissbergtobel-Wingert wird als feiner, süsslicher Wein mit einem jungen Körper charakterisiert. «Wir haben uns sagen lassen, dass ein Wein in den ersten Jahren noch etwas ‹lugg› ist und seine wirkliche Qualität sich erst nach drei bis vier Jahren entfaltet», erzählt Jürg Trümpler. Ziel der Gruppe ist es, in den nächsten Jahren einen Oechslegrad von 90 zu erreichen.

Jürg Trümpler hat inzwischen einen Rebbaukurs besucht, ist aber trotzdem noch weit davon entfernt, ein Profi zu sein. Daher ist die Pensioniertengruppe umso dankbarer um die fachmännische Hilfe von Rebmeister Stefan Hörner. Er wird den Hobbywinzern auch nächste Woche wieder behilflich sein, wenn es gilt, die Reben im Wingert der Ortsgemeinde zu schneiden.

Auch bei der Kelterung ihres Weins verlassen sich die Seveler auf einen Profi in Sachen Johanniter-Trauben, den Winzer Roman Rutishauser in Thal. In dessen Weinkeller wurde der erste Johanniter aus dem Wingert Geissbergtobel vergangene Woche degustiert. Der Verwaltungsrat der Ortsgemeinde Sevelen bedankte sich für die Einladung und den gelungenen Anlass bei Roman Rutishauser. Und er gratulierte der Pensioniertengruppe zu ihrer gelungenen Arbeit.

Bald wird der Johanniter abgefüllt. Und so kommt die Ortsgemeinde Sevelen zu ihrem eigenen Wein. Denn ein Viertel des Weins geht gemäss Vertrag an die Ortsgemeinde, drei Viertel bleiben bei den nimmermüden Hobbywinzern im Pensionsalter.