SEVELEN: Geschwister – eine lebenslange Beziehung

Beim «Zmorgaträff» war die Geschwisterkonstellation Thema eines spannenden Vortrages mit Rahel Striegel, Leiterin der sozialpädagogischen Fachstelle der Stiftung Gott hilft in Zizers.

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Rahel Striegel wusste Spannendes über die Auswirkungen der Geschwisterreihenfolge zu erzählen. (Bild: PD)

Rahel Striegel wusste Spannendes über die Auswirkungen der Geschwisterreihenfolge zu erzählen. (Bild: PD)

Am Samstag lud der Zmorgaträff der Evangelisch-methodistischen Kirche zu einem weiteren spannenden Vortrag ein. Wie der Name des Anlasses schon verrät, wurde zuerst ein feiner Zmorga miteinander genossen. Danach machte Rahel Striegel eine Einleitung zum Thema Geschwisterkonstellation. Ein Thema, welches jede und jeden von uns betrifft, selbst wenn man Einzelkind ist. Die Prägung, die solch eine Konstellation mit sich bringt, ist erstaunlich. Mit Erinnerungen wie «Weisch no…? Do hemmer doch immer…» wies Rahel Striegel darauf hin, dass die Geschwisterbeziehung einen ein Leben lang begleitet. Diese Beziehung dauert oft länger als eine Ehe und überdauert auch die Beziehung zu den Eltern, da diese meistens vorher sterben.

Rollenverteilung bleibt ein Leben lang

Die Geburtenfolge in der Familie prägt den Charakter mehr als die Erziehung. Die Rollenverteilung unter Geschwistern bleibt ein Leben lang bestehen, egal wie alt man ist. Deshalb ist es von grossem Vorteil, wenn man um diesen Einfluss weiss. Der/die Erstgeborene ist sozusagen ein Projekt der Eltern; diese sind ja in diesem Zeitpunkt erst im Begriff, Eltern zu werden! Das zweite Kind kommt dann aber bereits in eine gegebene Familiensituation hinein. Das erste Kind erarbeitet sich seinen Weg selber. Dies ist dann auch, wenn sie erwachsen sind, spürbar. Deshalb funktionieren Ehen zwischen zwei Erstgeborenen oft nicht optimal.

Zweitgeborene sind oft harmoniebedürftig und anpassungsfähiger. Das berühmte Sandwichkind gibt es tatsächlich. Es bekommt meist am wenigsten Aufmerksamkeit. Nicht selten kommt es daher zu kurz, weil es pflegeleichter ist als die anderen Kinder. In anderen Kulturen spielt das Geschlecht des Kindes eine grosse Rolle. Wenn eine Krankheit eines der Kinder befällt, ist die Geschwisterkonstellation ausser Gefecht gesetzt. Unter Geschwistern herrscht einerseits eine tiefe Verbundenheit, aber auch manchmal ein grosses Gefühl der Bedrohung/Konkurrenzkampf.

Bei der Gruppenarbeit wurden die Teilnehmer in ihre persönliche Familienkonstellation eingeteilt. Es entstanden vier Gruppen: Erstgeborene, Zweitgeborene, Drittgeborene und Viert- und mehr Geborene. Es wurde rege ausgetauscht und viele Gemeinsamkeiten entdeckt. In einem waren sich alle «Geschwister» einig. Dieses Thema muss unbedingt noch vertieft werden. Gelegenheit dazu haben alle am 28. Oktober. Wer Fotos vom Anlass anschauen will, kann dies unter www.emksevelen.ch tun. (pd)