SEVELEN: Die Faszination Technik

Mit Naturwissenschaft und Technik in Berührung kommen ist das Ziel der Fitna-Tage, die zum sechsten Mal stattfinden. In der Firma Autoneum lernten gestern sechs Jugendliche, einen Roboter zu programmieren.

Hanspeter Thurnherr
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Am Computer bestimmen die Jugendlichen die Einstellungen, damit der Roboter sich nach ihren Vorstellungen verhält. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Am Computer bestimmen die Jugendlichen die Einstellungen, damit der Roboter sich nach ihren Vorstellungen verhält. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Hanspeter Thurnherr

hanspeter.thurnherr@wundo.ch

Die Abkürzung Fitna bedeutet «Förderung der Interessen für Technik und Naturwissenschaften bei Jugendlichen.» Hintergrund ist der Personal- und Lehrlingsmangel in den technischen und naturwissenschaftlichen Berufen. Mit den Fitna-Tagen soll Jugendlichen aus den Regionen Werdenberg, Sarganserland und Liechtenstein die Freude daran geweckt werden. 30 Firmen bieten dazu Schülerinnen und Schüler ab der 6. Klasse dreimal einen spannenden Nachmittag.

Gestern beim Automobilzulieferer Autoneum ging es anhand einer schriftliche Anleitung um das Programmieren von Robotern. Der Ausbildungsverantwortliche Marco Bolter und die beiden Lehrlinge Gianluca Kammerer und Mike Obrietan zeigten den zwei Schülerinnen und vier Schülern, wie die Roboter funktionieren und «reagieren» – etwa, wenn sie mit ihren Sensoren eine Hand als Hindernis erkennen und ihre Fahrt verändern. Dann galt es, die Programme und Anleitung vom USB-Stick auf den Computer zu laden.

Der Roboter «lernt», einer Kurvenlinie zu folgen

Nun durften die Jugendlichen an den Robotern selber Einstellungen vornehmen. Unter anderem «lehrten» sie den Roboter, einer schwarzen Kurvenlinie nachzufahren – eine bereits recht herausfordernde Aufgabe. Später wurde der Roboter per Computer so programmiert, dass er auch einem Gegenstand folgen konnte. Am Schluss durften die Jugendlichen die Roboter und die Programme sogar mit nach Hause nehmen, um dort selber weitere Programmierungen auszuprobieren.

«Unsere Technikabteilung wollte unbedingt bei Fitna-Tagen dabei sein, weil in unserem Unternehmen die Technik eine grosse Rolle spielt. Bei der Fitna-Kickoff-Veranstaltung merkten wir, dass dies Sinn macht: Der Aufwand ist nicht übermässig gross, und es ist gut für unser Image. Denn wir suchen immer wieder Fachleute und Lehrlinge im technischen Bereich», sagte Ilirida Xhemaili, Personalfachfrau bei Autoneum.

Wie Fitna-Projektleiterin Annika Birrer sagte, finden die Fitna-Tage bei den Jugendlichen grossen Anklang: «Wir hatten von 30 Firmen die Zusage für 222 Plätze, aber rund 280 Anmeldungen. So gab es wiederum eine Warteliste.» Bewusst finden die Fitna-Tage am freien Mittwochnachmittag statt. Annika Birrer: «Die Schüler sollen mitmachen, weil sie wollen und weil sie bereit sind, dafür Freizeit zu investieren.»