SEVELEN: Der Einwohnerverein fühlt sich verschaukelt

In der Angelegenheit Steinbruch Campiun will der Einwohnerverein Rans-Oberräfis endlich wissen, was Sache ist. Kritik gab’s an die Adresse der Ortsgemeinde, die dem Verein Informationen vorenthält.

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Sevelen An der Hauptversammlung des Einwohnervereins Rans-Oberräfis (Evro) am Freitagabend im Ransertreff sorgte das Traktandum Steinbruch Campiun wieder einmal für Gesprächsstoff. Vorstandsmitglied Toni Angehrn informierte die Versammlung darüber, warum es mit der Schutzverordnung einfach nicht weitergeht, und er stellte die Frage, ob der Evro in Sachen Steinbruch weiter proaktiv bleiben soll. Diese Frage wurde klar mit Ja beantwortet. Denn die Steinbruch-Frage, die bis heute offen ist, war ja vor 23 Jahren der Auslöser für die Gründung des Einwohnervereins.

Dass die Schutzverordnung selbst nach der vierten Auflage noch immer nicht in Kraft treten kann, habe vor allem mit den Einsprachen der Ortsgemeinde Sevelen und der Basaltstein AG, die den Steinbruch wieder reaktivieren möchte, zu tun, so Angehrn. Die Einsprachen sollen das Schutzgebiet Ranserholz-Eschalär verhindert. Dabei hätten doch schon fünf unabhängige Stellen die Schutzwürdigkeit dieses Gebietes mit verschiedenen Gutachten bestätigt, darunter vor vielen Jahren auch die Ortsgemeinde selber.

Dranbleiben, auch wenn Anwaltskosten anfallen

Verständnislos zeigte sich nicht nur der Evro-Vorstand, sondern auch die 36 Mitglieder an der HV des Evro über die Haltung der Ortsgemeinde. In einer Konsultativabstimmung wurde beschlossen, dass der Evro am Thema Steinbruch Campiun dranbleibt, auch wenn das wieder zu Anwaltskosten führen wird. Informationen müssten nämlich fast immer erstritten werden. Zuerst habe die Ortsgemeinde dem Evro nämlich die Einsicht in den Vertrag mit der Basaltstein AG über ein künftiges Steinbruchprojekt verweigert, so Angehrn. Als sich der Einwohnerverein dann auf das inzwischen neue Öffentlichkeitsgesetz berief, habe man von der Ortsgemeinde plötzlich die Antwort erhalten, es gebe gar keinen Vertrag. Der Evro fühlt sich verschaukelt, zumal die Ortsgemeinde nur zu einem Treffen mit dem Einwohnerverein bereit ist, nicht aber auch die Politische Gemeinde dabeihaben will. Für Angehrn ist aber klar, dass die Politische Gemeinde, die ja die Schutzverordnung erlassen muss, mit an diesen Tisch gehört.

Zwei Höhepunkte im Vereinsjahr 2016

Die restlichen Traktanden ver­liefen ruhig. In seinem Jahresbericht blickte Evro-Präsident Martin Künzler auf ein reichbefrachtetes Jahr mit zwei besonderen Höhepunkten zurück: die Einweihung des Ranser Schulhauses nach Abschluss der Sanierungsarbeiten sowie den neuen, von rund 70 Leuten besuchten Evro-Anlass, das Adventsfenster im Dezember. Künzler bedankte sich bei allen, die den Verein 2016 in irgendeiner Form unterstützt haben. Im Gedenken an vier verstorbene Evro-Mitglieder wurde eine Schweigeminute abgehalten. Die von Jan Gantenbein präsentierte Jahresrechnung mit einem kleinen Ertragsüberschuss wurde einstimmig genehmigt. Der Jahresbeitrag bleibt unver­ändert.

Das Jahresprogramm 2017 sieht folgende Anlässe vor: Am 18. März findet der Natur- und Weglitag statt – Freiwilligenarbeit ist angesagt. Der Suppenzmittag im Ransertreff am 25. März wird nach dem letztjährigen Erfolg wiederholt. Gefeiert wird am Slow-up am 7. Mai, am Ranser- und Oberräfiserfest am 17. Juni und am Brunnenfest am 12. August. Weiter gibt es einen Jassabend (3. November), im Dezember ein Adventsfenster und das Altjohr-Usschella (31. Dezember). Das Wurstmahl (12. Januar) und die HV (16. Februar) runden das Vereinsjahr ab. (she)