SEVELEN: Dem Wald Sorge tragen

Am Samstag wurde auf das Seveler Munterdun zum Baumpflanzen eingeladen. Gross und Klein kamen nicht nur, um tatkräftig bei der Aktion mitzumachen, sondern auch um sich über den Klimawandel und seine Auswirkungen auf die heimischen Wälder zu informieren.

Nadine Schwizer
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Förster Peter Benz zeigte, wie mit den Setzlingen umzugehen ist. (Bilder: Nadine Schwizer)

Förster Peter Benz zeigte, wie mit den Setzlingen umzugehen ist. (Bilder: Nadine Schwizer)

Nadine Schwizer

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Rund ein Drittel der Schweiz ist von Wäldern bedeckt. In Sevelen ist es prozentual sogar eine noch grössere Fläche. Ein kleiner Teil davon hat seit vergangenem Samstag wieder etwas mehr Wurzeln, denn die Umwelt- und Naturschutzkommission hat zusammen mit Förster Peter Benz zu einer Baumpflanzaktion eingeladen. Mit fünfzehn fleissigen Helferlein wurden innert kürzester Zeit 25 Bergahorn- und 25 Lärchenbäumchen gepflanzt. Gut für das Waldstück oberhalb des Muserwegs auf Munterdun, das vom Sturm Burglind Schäden trug.

Doch es blieb nicht nur beim Handanlegen. Auch über aktuelle Themen wie die globale Erwärmung wurde an der Aktion informiert. Denn man will ja wissen, was mit unseren Waldflächen passiert, jetzt wo das Klima wärmer wird? Der ehemalige Kantonsoberförster Jürg Trümpler erzählte in einem kurzen Vortrag, dass die steigenden Temperaturen zunehmend Wasser zu einem limitierenden Faktor machen. Auch längere Trockenperioden und ausgeprägtere Starkniederschläge gibt es bereits. Die Vegetation treibt ebenfalls immer früher im Jahr aus. In naher Zukunft wird erwartet, dass die Waldgrenzen im Gebirge ansteigen und der Borkenkäferbefall zunehmen wird. Trockenheitstolerantere Arten wie Laubbäume werden wohl verstärkt die Nadelbäume verdrängen.

Doch vieles wisse man auch nicht, wie Trümpler erzählte: «Wie sich die Verjüngung, das Wachstum und die genaue Zusammensetzung der Wälder verändern wird, ist noch unbekannt. Auch, ob sich die Waldbrandgefahr verändert oder ob sich bestimmte Baumarten genetisch anpassen werden, steht noch in den Sternen.»

Eines ist aber klar für Trümpler: Die Waldbewirtschafter und -bewirtschafterinnen sollten sich Zeit nehmen, um sich zum Thema Klimawandel weiterzubilden und die Grünflächen sorgfältig beobachten. «So kann man lernen und das Management laufend anpassen», so der ehemalige Kantonsoberförster.

Vielleicht geben ja sogar ­einmal einige der Ahorn- und Lärchensetzlinge der Seveler Baumpflanzaktion die ausschlaggebenden Informationen zum Klimawandel und seinen Auswirkungen auf die Schweizer Wälder.