SEVELEN: Blasmusik und Gesang vereint

Die Musikgesellschaft und der Evangelische Kirchenchor boten am Sonntagabend in der reformierten Kirche ein abwechslungsreiches Konzert, das sich eines guten Besuches erfreuen durfte.

Hans Hidber
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Einsatz des Kirchenchors unter der Leitung von David Marock, während sich die Musikanten zurücklehnen können. (Bilder: Hans Hidber)

Einsatz des Kirchenchors unter der Leitung von David Marock, während sich die Musikanten zurücklehnen können. (Bilder: Hans Hidber)

Hans Hidber

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Den Auftakt zum Konzert bot die Jungmusik Piccolo unter der Leitung von Rosmarie Toresan, die in der Folge auch als witzige Ansagerin durchs weitere Programm führte. Nachdem die Jüngsten als Trio mit voller Konzentration und sauberer Tonführung in zwei Stücken ihr Début gegeben hatten, wurden sie zum Abschluss ihres Auftritts ins Plenum der Musikgesellschaft (MGS) einbezogen. Dann war die Reihe an den «Grossen». Dem Titel «Music For A Celebration» entsprechend, erklang das Eingangsstück in festlicher Harmonie. Dabei zeigte sich – wie auch in den weiteren Stücken – dass die MGS über einen ausgewogenen Klangkörper verfügt, und, von ihrem Dirigenten Peter Diem energisch angetrieben, die Kompositionen in differenzierter Dynamik und hoher Präzision interpretiert. Es folgte die eingängige und leidenschaftliche Filmmusik «La Storia» von Jacob de Haan, und der trügerische Schlaf des Löwen («The Lion Sleeps Tonight») bildete den Abschluss des ersten Konzertteils.

Tränen, Halleluja und Udo Jürgens

Eingebettet in die zwei Musikblöcke, bestritt der Evangelische Kirchenchor unter der Leitung von David Marock den Mittelteil des Programms. Aus Händels Oper «Rinaldo» sang der Chor, vom Chorleiter am E-Piano begleitet, «Lascia ch’io pianga» («Lass mich weinen»); ein Stück, das oft als Solo bei Abdankungen zu hören ist. Dem Text entsprechend, wurde das Lied sehr einfühlsam und wie in einem Staccato abgesetzt vorgetragen. Ein sauberes Piano ohne Substanzverlust ist das ­Gütezeichen eines Chors. Beim nächstens Stück aber war ausgeweint: «Bald werden wir zum König gehen, dort gibt es kein Weinen mehr, halleluja, halleluja» (Gospel «Soon And Very Soon»). Udo Jürgens’ «Ich war noch niemals in New York» war der offizielle Abschluss des Gesangsteils. Mit Gotthilf Fischers preisgekröntem «Frieden» bot der voll motivierte und von David Marock virtuos begleitete Chor noch eine herausgeklatschte Zugabe.

Amore, Boogie und Romantik

Feierlich-pompös kam der Auftakt des «Concerto d’Amore» von Jacob de Haan daher; ein Stück, in dem die MGS alle Facetten solistischer Einsätze und Tonfarben ausleben konnte, wie auch im nachfolgenden «One Life» mit dem Auf und Ab des Lebens. Voller Rhythmik dann der «Tschaikowsky Boogie», ein Zusammenschnitt bekannter Stücke, wobei natürlich auch der «Nussknacker» aufschien.

Nach dem umtriebigen Boogie wurde es mit dem «Mood Romantic» wieder getragen-ruhiger, bis im offiziellen Schluss­titel «Crazy Little Thing Called Love» nochmals das Thema Liebe aufbrandete. Der frenetische Schlussapplaus kam für Dirigent Peter Diem nicht ganz unerwartet, hatte er doch noch eine fetzige Zugabe vorbereitet. Nach dem Dankeswort von MGS-Präsident Hansjürg Caselberg an alle Mitwirkenden des sehr ansprechenden Kirchenkonzerts konnte man vor der Kirche in fast frühsommerlicher Atmosphäre den offerierten Apéro geniessen.

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