SENNWALD/RHEINTAL: Hochwasserschutz am Binnenkanal kostet 31 Mio.

Der Rheintaler Binnenkanal wird bezüglich Sicherheit auf den nötigen Stand gebracht.

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Vor knapp fünf Jahren wurde der Bevölkerung entlang des Rheintaler Binnenkanals (RBK) das Konzept für einen zeitgemässen Hochwasserschutz vorgestellt. Zwischenzeitlich hat der RBK-Verwaltungsrat alle erdenklichen Varianten geprüft und zahlreiche Untersuchungen vorgenommen. Das nun vorliegende Vorprojekt hält am Hochwasserrückhalteraum oberhalb den «Drei Brücken» fest, wurde aber bezüglich Dammverlauf und Abflussmenge optimiert. Die Kosten konnten auf knapp 31 Mio. Franken gesenkt werden.

Beim Hochwasser am 1./2. Juni 2013 hat der Rheintaler Binnenkanal bei Widnau grosse Siedlungsflächen unterhalb der «Drei Brücken» unter Wasser gesetzt und grossen Schaden angerichtet. Bei derartigen Wassermengen ist die Abflusskapazität des Binnenkanals im Mittelrheintal einfach zu gering.

Abflussmenge wird deutlich erhöht

Nach zahlreichen Abklärungen und weiterführenden Untersuchungen hat sich gezeigt, dass sich die im ursprünglichen Konzept vorgeschlagenen Hochwasserschutzmassnahmen grundsätzlich als richtig erwiesen haben – wenn auch mit verschiedenen Anpassungen. Die nun optimierte, möglichst hohe Abflussmenge vom 95 m3/s beim Drosselbauwerk wird die Landwirtschaftsfläche südlich der «Drei Brücken» weniger oft einstauen als vorher angenommen.

Auch wird der dafür notwendige Damm mit der Rietstrasse kombiniert. Für die Bauernhöfe, die sich im Retentionsraum befinden und bei Hochwasser direkt betroffen sein können, müssen geeignete Objektschutzmassnahmen getroffen werden. Dagegen haben die zusätzlichen Untersuchungen gezeigt, dass von einer Sohlenabsenkung des Binnenkanals aufgrund des Untergrunds abzuraten ist und eine Überleitung in den Werdenberger Binnenkanal oder den Rhein nur in wenigen Fällen möglich, doch wenig wirkungsvoll wäre. Der Gerinneausbau wird durch einen Lettenabtrag (bereits vorgezogene Massnahmen), eine Ufererhöhung zur Sicherstellung des Freibords und die Anpassung von vier Brücken erreicht.

Nächster Schritt ist das Bauprojekt

Die Kosten für die Hochwasserschutzmassnahmen werden auf rund 31 Mio. Franken geschätzt. Zwei Drittel davon werden Bund, Kanton und Dritte übernehmen. Die restlichen 10 Mio. werden aufgrund des neu erarbeiteten Bau- und Unterhaltsperimeters sowie der Gemeindebeiträge aufgeteilt. Die Kostenbeteiligungen sind abhängig vom direkten Nutzen des Projekts und schwanken zwischen 27000 Franken (Sennwald) und 3,9 Mio. (Widnau).

In der zweiten Jahreshälfte werden die Ingenieurarbeiten für das Bau- und Auflageprojekt öffentlich ausgeschrieben und vergeben. Ende 2019 wird das ausgearbeitete Bauprojekt vorliegen. Je nach Dauer des anschliessenden Bewilligungsverfahrens kann frühestens in vier bis fünf Jahren mit dem Bau des nachhaltigen Hochwasserschutzes am Rheintaler Binnenkanal begonnen werden. (pd)

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