Sennwald wächst am schnellsten

Gleich in zwei Gemeinden im Werdenberg stieg die Einwohnerzahl 2014 um mehr als drei Prozent. Sennwald und Sevelen verdrängten damit Buchs, den Wachstumstreiber der Vorjahre, auf den «Bronzeplatz».

Hanspeter Thurnherr
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REGION. Im vergangenen Jahr verzeichnen vier Werdenberger Gemeinden einen satten Anstieg der Einwohnerzahl. Gams zählte Ende Jahr 54 Personen (+1,68 Prozent) mehr als Ende 2013. Um 145 Personen legte Sevelen, um 175 Personen Sennwald zu. Damit verzeichnen die beiden Gemeinden ein Wachstum von über drei Prozent: Sevelen +3,12 und Sennwald gar +3,52 Prozent. In absoluten Zahlen wuchs Buchs am stärksten. Die «neue» Stadt legte um 261 Personen zu und überschritt mit 12 048 Einwohnern die nächste «magische» Marke. Mit 2,21 Prozent ist sie aber etwas weniger schnell gewachsen als im Vorjahr und musste den ersten Rang punkto Dynamik an Sennwald abtreten und auch Sevelen vorbeiziehen lassen.

Zwei Gemeinden mit Rückgang

Den vier stark wachsenden Gemeinden stehen im Werdenberg auch zwei «Verlierer» gegenüber. Wartau nahm um 5 Einwohner ab und liegt damit eher zufällig im Minus. Grabs aber musste einen Rückgang von 48 Einwohnern (–0,69 Prozent) hinnehmen und sank damit sogar noch unter das Niveau von Ende 2012. Die Gemeinde leidet offensichtlich spürbar unter dem Mangel an auf dem Markt verfügbarem Bauland.

Das Werdenberg ist insgesamt um fast 600 Einwohner gewachsen. Die Zunahme um 1,6 Prozent liegt deutlich über dem schweizweiten Durchschnitt von rund einem Prozent und ist ein Zeichen für die dynamische Entwicklung der Wirtschaftsregion St. Galler Rheintal/Fürstentum Liechtenstein.

Fast 30 Prozent Ausländer

Als Folge der Zweitwohnungs-Initiative (siehe Front) – und angesichts des langfristig betrachtet negativen Trends – hätte man in Wildhaus-Alt St. Johann nicht unbedingt den dritten Anstieg in Folge erwarten dürfen. Mit einem Plus von 7 Einwohnern (+0,27 Prozent) ist dieser allerdings auch nur moderat. Wenig geändert hat sich am – naturbedingten – Männerüberschuss in allen Gemeinden der Region. Er ist allerdings etwas grösser geworden.

Nichts geändert hat sich auch an der Tatsache, dass vor allem der Zuzug von Ausländern für das Wachstum in der Region verantwortlich ist. Deshalb ist der Ausländeranteil erneut gestiegen – auf mittlerweile schon fast 30 Prozent im Werdenberg und gut 11 Prozent in der obersten Toggenburger Gemeinde.

Immer weniger Evangelische

Wenig überraschend erreichen denn auch die drei am stärksten wachsenden Gemeinden Sennwald, Sevelen und Buchs die grössten Anstiege im Ausländeranteil. In Sevelen sind über 37 Prozent, in Buchs knapp 36 Prozent und in Sennwald gut 28 Prozent Ausländer. Auch in Wartau ist der Ausländeranteil weiter auf über 28 Prozent gestiegen. In Grabs (17,12 Prozent) und Gams (20,42 Prozent) allerdings ist er gesunken.

Die Zahl der Katholiken hat zugenommen, jene der Evangelisch-Reformierten abgenommen. Doch änderte dies an der bestehenden Reihenfolge nichts. Schon bald könnten die «Anderen» (andere Religionen oder Konfessionslose) die Spitze übernehmen. Denn ihre Zahl wächst stark. Wenn sich am Tempo nichts ändert, könnte der Wechsel bereits in zwei Jahren so weit sein.