SENNWALD: Unsichere Zukunft wegen sicherem Fussgängerstreifen

Zwei Bäckereien bangen um ihre Existenz. Um Fussgängerstreifen sicherer zu machen, sollen die Zufahrten zu den Bäckereien und ihre Parkplätze restriktiert werden.

Alexandra Gächter
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Die Zufahrt zur Bäckerei Siegrist soll gemäss dem Kanton St. Gallen eingeschränkt werden. Weil die Bäckerei um ihre Kundschaft bangt, hat sie nun Einsprache erhoben. (Bild: Alexandra Gächter)

Die Zufahrt zur Bäckerei Siegrist soll gemäss dem Kanton St. Gallen eingeschränkt werden. Weil die Bäckerei um ihre Kundschaft bangt, hat sie nun Einsprache erhoben. (Bild: Alexandra Gächter)

Alexandra Gächter

alexandra.gaechter@wundo.ch

Verschiedene Fussgängerstreifen in der Gemeinde Sennwald sind nicht sicher genug. Dies hat das Tiefbauamt des Kantons St. Gallen mittels einer Checkliste festgestellt. Kritisiert wird vor allem, dass Autofahrer den Fussgängerstreifen zu spät sehen. Zum Beispiel, wenn sie den davor stehenden Bus überholen oder aus einer Ausfahrt abbiegen, die sich unmittelbar vor dem Fussgängerstreifen befindet. Der Kanton schreibt es so: «Bei den Fussgängerstreifen sind die erforderlichen Sicht­weiten nicht gegeben.»

Dies ist unter anderem bei der Bäckerei Siegrist in Sennwald und bei der Bäckerei Berger in ­Salez der Fall. Hier sind Fuss­gängerstreifen, Bushaltestelle, Parkplätze sowie Ein- und Ausfahrten zu nahe beieinander. Den Fussgängerstreifen zu verschieben wäre die günstigste Lösung. «Ein Fussgänger nimmt aber nur ungefähr zehn Meter zusätzlichen Laufweg in Kauf», sagt Projektleiter Florin Scherrer vom Tiefbauamt des Kantons St. Gallen. Verschiebe man also den Fussgängerstreifen zu weit weg vom Ursprungsort, würden die Fussgänger ihn nicht mehr nutzen und die Strasse an gewohnter Stelle überqueren, was die Sicherheit nicht erhöhen würde. Das Tiefbauamt erachtet es deshalb als sinnvoller, bei der ­Bäckerei Berger in Salez die Bushaltestelle zu verlegen, das Wartehäuschen zu versetzen, eine Zufahrt zur Bäckerei zu sperren und die andere Zufahrt zu verschmälern.

Es gibt einige Einsprachen

Bei der Bäckerei Siegrist in Sennwald soll die Bushaltestelle ebenfalls verlegt werden, ein neues Wartehäuschen soll entstehen, die Verkehrsinsel vergrössert werden und die Zufahrt zur ­Bäckerei eingeschränkt werden. «Vor unserer Bäckerei darf gemäss dem Projekt nicht mehr ­geparkt werden, da hier ein Sichtschutz vorgesehen ist», sagt ­Barbara Siegrist. Ebenfalls sollen die Parkplätze gegenüber der Raiffeisenbank verschwinden und einem Pärkli weichen.

Die beiden Bäckereien sowie einige Anwohner haben nun Einsprache gegen diese beiden Projekte erhoben, die bis am 27. April bei der Gemeindeverwaltung Sennwald auflagen. Eine Anwohnerin tat dies, weil sie während der gesamten Bauzeit von ihrer Liegenschaft weder zu- noch wegfahren und ihr Auto nicht in der Nähe parkieren könnte. Die beiden Bäckereien erhoben Einsprache, weil sie in erster Linie um das Ausbleiben der Kunden fürchten. «Wir leben von der Kund­schaft, welche beim Vor­beifahren schnell bei uns Halt macht», so Barbara Siegrist.3