SENNWALD: Jugendmusik wird neu vom Bund gefördert

Kurse und Lager, welche die Jugendmusik Sennwald in Zukunft durchführt, werden staatlich gefördert. Damit wird die Breitenmusik unterstützt. Im Sport ist dies schon lange der Fall.

Alexandra Gächter
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Roland Wohlwend mit der Jugendmusik Sennwald, die sich ab diesem Jahr über Fördergelder vom Bund freuen kann. (Bild: PD)

Roland Wohlwend mit der Jugendmusik Sennwald, die sich ab diesem Jahr über Fördergelder vom Bund freuen kann. (Bild: PD)

Alexandra Gächter

alexandra.gaechter@wundo.ch

«Im Sport werden schweizweit 80 Millionen Franken Fördergelder über Jugend und Sport (J+S) verteilt. Für Jugend und Musik (J+M) sind ab diesem Jahr zwei Millionen Franken vorgesehen», sagt Roland Wohlwend. Er ist Dirigent der Musikgesellschaft und der Jugendmusik Sennwald. Seit kurzem ist er J+M-Leiter – der erste und einzige aus der Region Werdenberg. «Im Vergleich zum Sport wird die Musik nur zu einem kleinen Teil gefördert, aber es ist dennoch ein riesiger Fortschritt für die Musikbranche», so Wohlwend weiter.

Weil er J+M-Leiter ist, darf er ab diesem Jahr für Kurse und Lager Geld vom Bund beantragen. Das erste Lager unter dem J+M-Label findet im Herbst dieses Jahres statt (siehe Titelseite). Dieses Lager hat schon zehnmal in dieser Form bestanden, bis jetzt aber ohne, dass der Verein Geld vom Bund erhielt.

«Wir müssen am Lager nichts ändern»

Selbstverständlich müssen beim Lager gewisse Richtlinien eingehalten werden. Drei Begleitpersonen müssen mitkommen, das Lager muss in der Schweiz durchgeführt werden und es muss mindestens fünf Lektionen à 45 Minuten pro Tag musiziert werden. Kein Problem für den Verein, diese Bedingung hat er nämlich schon in den früheren Jahren erfüllt. «Wir unterrichten sogar sieben bis acht Lektionen pro Tag», sagt Wohlwend. Im Lager wird vormittags und nachmittags unterrichtet. Steht am Nachmittag ein Ausflug auf dem Programm, dann wird die Probe auf den Abend verlegt. «Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir am Lager nichts ändern müssen und trotzdem Unterstützung erhalten.» 15 Franken pro Tag und Kind erhält der Verein. Bei fünf Lagertagen und 40 Kindern beträgt der Zustupf also 3000 Franken. Dies ist knapp ein Viertel der Gesamtkosten. Für die ungefähr zehn Lagerteilnehmer, welche über 20 Jahre alt sind, erhält der Verein keine Fördergelder. Selbstverständlich seien die älteren Musikantinnen und Musikanten trotzdem willkommen. Sie müssen nicht mehr als die anderen bezahlen, die Jugendmusik Sennwald mache eine Mischrechnung.

«Die Förderung des Bundes ist für uns sehr wertvoll. Endlich gibt es ein Angebot, bei dem nicht Profi- oder Militärmusiker, sondern die Breitenmusiker gefördert werden», so Wohlwend.

Für das gleiche Kind kann der Verein alle sechs Monate Geld beim Bund beantragen. «Wir überlegen uns deshalb, zusätzlich zum Herbstlager im Frühling gewisse Trainingslektionen als Kurs abzurechnen. Damit wir dafür Geld erhalten, müssten wir unsere Jugendmusikproben anders aufgleisen.»

Der Verein könnte Schwerpunkte bei den Trainings setzen, wie zum Beispiel Artikulation oder Bühnenpräsentation. So ein Kurs könnte 10 bis 20 Lektionen à 45 Minuten umfassen.

Trotz Fördergelder des Bundes legt Roland Wohlwend Wert darauf, dass die ehrenamtliche Arbeit im Verein nicht verschwindet. Das Geld soll also nicht als Entlöhnung für Leiter oder Helfer verwendet werden. «Ehrenamtliche Arbeit gehört zu einem Verein. Wenn jede Minute in Rechnung gestellt wird, macht dies das Vereinsleben kaputt», sagt Wohlwend.

Deshalb arbeiteten er und viele andere häufig gratis für den Verein. «Ich bin stolz darauf, dass wir immer viele Personen finden, die gerne mit uns ehrenamtlich arbeiten. Daran soll sich nichts ändern», so Wohlwend.

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