SENNWALD: Internes Aufsichtskonzept greift

Mitglieder des Trägervereins Wohngruppen Sennwald trafen sich am Freitagabend im Restaurant Schäfli zur 22. Hauptversammlung. Im Jahr 2016 wurden 19 Jugendliche betreut.

Hansruedi Rohrer
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Hansruedi Rohrer

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Präsident Roland Moser eröffnete die Hauptversammlung, an deren Anschluss ein Imbiss offeriert wurde. «Die Wohngruppen Sennwald begleiten und fördern Jugendliche in belastenden Phasen und Krisen auf dem Weg in ihre eigene Zukunft mit viel Fachwissen und Anteilnahme seit über 21 Jahren», schreibt der Präsident im Vorwort zum Jahresbericht. Es würden immer mehr Jugendliche mit zum Teil sehr belastenden Lebensgeschichten eingewiesen, sagte er an der Hauptversammlung und nannte einige Schwerpunkte der Wohngruppen im vergangenen Jahr. So fange zum Beispiel das interne Aufsichtskonzept an zu greifen. Auch die Überprüfung des Bundesamtes für Justiz sei wieder einmal fällig gewesen. Und zwar mit einem sehr guten Resultat, so dass der Betrieb in den Wohngruppen für weitere vier Jahre anerkannt ist. Das im vergangenen Jahr ausgearbeitete bewilligte Konzept würde nun konsolidiert.

Aktuell sei man langsam auf der Suche für eine Nachfolge des sehr engagierten Leiterehepaars Christoph und Gabi Weber, und auch im Vereinsvorstand wäre bald einmal eine Verjüngung erwünscht, meinte Roland Moser. «Die Wohngruppen sollen nämlich weiterhin gut unterwegs sein.»

Kein soziales Umfeld und schulische Defizite

Gabi und Christoph Weber erstatteten ihre Berichte aus den Wohngruppen. Die Jugendlichen, welche platziert würden, hätten meistens kein soziales Umfeld mehr. Auch schulische Defizite und psychische Probleme würden sich bemerkbar machen. Da sei zum Beispiel die Arbeit mit den Eltern sehr herausfordernd. Trotzdem konnten die Wohngruppen auch Erfolge verzeichnen, dann nämlich, wenn Jugendliche ein Praktikum oder eine Anlehre beginnen und abschliessen konnten. «Es gibt jedoch auch Jugendliche, die in der Schnupperlehre wieder abhauen oder die öffentliche Schule verweigern», sagte Christoph Weber. Solche Situationen seien extremer geworden. Die interne Tagesstruktur wird hier aber unterstützend wirken, so dass die Angelegenheit zum guten Ziel geführt werden kann.

Roland Moser wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Zusammenarbeit mit den Schulen und dem Gewerbe in der Gemeinde Sennwald hervorragend und nicht selbstverständlich ist. Dies mache es doch aus, dass auch Jugendliche mit einem «grossen Rucksack» durch die Schwierigkeiten hindurchgetragen werden können. Und gute Resultate lasse solche «Kinder» beim abgeschlossenen Lehrgang oder Studium stolz werden.

Die Rechnung 2016 schliesst mit einem Gewinn von 4768 Franken ab. In den 22 Jahren habe es nur zweimal ein Minus gegeben, war zu erfahren. Das Budget 2017 sieht keine grossen Bewegungen vor, deshalb fällt es ziemlich gleichbleibend aus.

Die Mitglieder bestätigten auch die Revisionsstelle ACV Buchs und den für eine weitere Amtsdauer gewählten Vorstand. Er besteht aus Roland Moser (Präsident), Petra Hutter (Vizepräsidentin), Laila Roduner, Theres Wohlwend, Karin Marquart, Hermann Thoma, Manuelo Garibaldi.

Drei Sozialpädagoginnen verliessen die Wohngruppe Zil. Eine Stelle konnte bereits wieder besetzt werden. Bezüglich den Jugendlichen war das Jahr 2016 sehr anspruchsvoll, hält der Jahresbericht fest. Trotz der schwierigen Situationen mit den Jugendlichen war das Team mit grossem Engagement an der Arbeit. In der Wohngruppe Chelen habe sich die Gruppe gut gefunden, heisst es weiter, und sie war in der Zusammensetzung relativ stabil. Infolge Mutterfreuden verliess die Tagesstruktur-Lehrerin die Stelle. Es konnte aber ein gutes Team für die interne Tagesstruktur

gefunden werden. Die Wohngruppe Zil hat sich im Weiteren am Projekt Traumapädagogik beteiligt. Dieses Projekt wurde vom Bundesamt für Justiz in Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik Basel realisiert. Gabi Weber hat in diesem Zusammenhang eine zweijährige Weiterbildung um Thema Traumapädagogik abgeschlossen und konnte immer wieder wertvolle Gespräche mit den Sozialpädagoginnen führen.