SENNWALD: Eine Lücke schliessen für die Sicherheit

Die Sicherheit für Fussgänger und Velofahrer auf der Hofstrasse lässt zu wünschen übrig. Seit Jahren steht ein Geh- und Veloweg zur Diskussion. Ob und wann das Projekt realisiert wird, hängt vom Kanton ab. Die Gemeinde Sennwald wäre startklar.

Drucken
Teilen
In der Kurve der Hofstrasse bleibt für Fussgänger und Velofahrer nicht viel Platz.

In der Kurve der Hofstrasse bleibt für Fussgänger und Velofahrer nicht viel Platz.

Werktags, kurz nach 17 Uhr. Auf der Hofstrasse, welche Salez und Sennwald mit der Autobahnein- und -ausfahrt verbindet, herrscht reger Verkehr. Einige Fussgänger und Velofahrer sind auf dem Weg vom Industriegebiet zum Bahnhof oder in die Dörfer. Heikle Situationen sind vorprogrammiert, insbesondere in der S-Kurve, welche durch ein kleines Waldstück führt. Einen Fuss- oder Veloweg gibt es nicht. Das Überholen eines Velos oder Fussgängers ist dort ohne das Überfahren der Sicherheitslinie in der Regel nicht möglich. Entsprechend eng wird es für den Langsamverkehr auf der Strasse.

Für Fussgänger ist die Situation grundsätzlich unangenehm. Man ist gezwungen, auf der Fahrbahn zu gehen, wo die Fahrzeuge je nach Abschnitt mit 80 oder 60 km/h vorbeifahren. Zudem rechnen die Fahrzeuglenker auf dieser Strecke nicht unbedingt mit Fussgängern. Bei Dunkelheit oder schlechter Witterung wird die Situation zusätzlich verschärft, denn eine Strassenbeleuchtung ist entlang der Hofstrasse nicht vorhanden.
Die Sicherheit für Fussgänger und Velofahrer ist auf dieser Strecke nicht gewährleistet – dieser Meinung ist man bei der Gemeinde Sennwald seit Jahren, wie Gemeindepräsident Peter Kindler sagt. Auch Bürgerinnen und Bürgern ist die Situation ein Dorn im Auge, sie war deshalb schon mehrfach ein Thema an Bürgerversammlungen. Der Gemeinderat hätte gerne umgehend einen Geh- und Radweg, wenigstens im Bereich des Waldes bis zum Beginn des Industriegebietes. Da die Hofstrasse aber eine Kantonsstrasse ist, müsste der Kanton Massnahmen ergreifen. Nach jahrelangen Bemühungen seitens der Gemeinde scheint nun Bewegung in die Sache zu kommen.

2014 beschloss der Gemeinderat auf Empfehlung des Kantons, bei den Verkehrsingenieuren Engstler – Gächter – Besch in Eschen einen Bedarfsnachweis in Auftrag zu geben. Diese kamen zum Schluss, dass der Bedarf für einen Velo- und Gehweg gegeben ist. Einerseits würde damit eine Lücke im Netz des Langsamverkehrs geschlossen, andererseits könnte die Sicherheit und Attraktivität der Hofstrasse im Sinne der Fussgänger und Velofahrer erhöht werden. Das Industriegebiet Sennwald hätte zudem eine bessere Anbindung an das Siedlungsgebiet und den Bahnhof Salez-Sennwald, denn dort befindet sich die nächste Haltestelle des öffentlichen Verkehrs.

«Der Kanton muss vorwärtsmachen»
Vor wenigen Wochen vollzog das zuständige Amt des Kantons einen weiteren Schritt: Es gab den Verkehrsingenieuren aus Eschen den Auftrag, eine Situationsanalyse mit Zielen zu erstellen und Varianten auszuarbeiten. Wenn die Bestvariante feststeht, wird das Projekt an das nächste zuständige Amt übergeben. «Das Ganze wird noch etwas komplizierter, weil die Autobahnaus- und -einfahrten in der Zuständigkeit des Bundes (Astra) sind», erklärt Kindler. Noch braucht das Projekt aber Geduld. «Wir sind darauf angewiesen, dass der Kanton endlich vorwärtsmacht.» An Geh- und Velowege an Kantonsstrassen haben die Gemeinden 35 Prozent der Kosten zu tragen. Um gerüstet zu sein, falls das Projekt noch dieses Jahr umgesetzt werden sollte, nahm die Gemeinde Sennwald 170000 Franken ins Budget auf. Dabei handle es sich aber um eine reine Schätzung.