Selten schwere Komplikationen

Hygienemassnahmen seien bei der Vermeidung einer Ansteckung mit der Hand-Fuss-Mund-Krankheit wichtig, wie der Grabser Arzt Markus Gassner sagt. Schulen zu schliessen, mache aber keinen Sinn.

René Schneider
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Markus Gassner Doktor und Allergologe aus Grabs. (Bild: Heini Schwendener)

Markus Gassner Doktor und Allergologe aus Grabs. (Bild: Heini Schwendener)

Herr Gassner, wie harmlos oder gefährlich ist die Hand-Fuss-Mund-Krankheit?

Markus Gassner: Die Krankheit ist für Personen mit einem normal reagierenden Immunsystem unangenehm, die Infektion oft unbemerkt und sie verursacht sehr selten schwerwiegenden Komplikationen.

Kann man sich und seine Kinder schützen?

Gassner: Der Erreger, ein kleiner Virus (verschiedene Enteroviren, meist Stämme aus der Gruppe der Coxsackiviren), vermehrt sich in den Zellen der Schleimhäute des Magen-Darmtraktes und der Haut. Entsprechend wird der Virus über Körperkontakt, Speichel, Stuhl übertragen. Deshalb sind entsprechende Massnahmen nützlich, z. B. Handhygiene, meiden von Körper-Kleiderkontakt.

Was ist zu tun, wenn Symptome/Hinweise auf die Krankheit festgestellt werden?

Gassner: Warten. Es gibt keine wirksame Behandlung gegen den Erreger. Die Haut kann entsprechend gepflegt werden.

Sollen Erkrankte zu Hause bleiben?

Gassner: Das ist abhängig von der Schwere des Krankheitsbildes des Erkrankten. Es gibt auch Gesunde und Personen, die kaum an Haut- und Schleimhautveränderungen (Pickelbläschen) zeigen und das Virus trotzdem übertragen können.

Wie sollen sich die Angehörigen eines Erkrankten verhalten?

Gassner: Hände und Kleider des Patienten nach Möglichkeit häufig waschen.

Sind jene Menschen, die an der Hand-Fuss-Mund-Krankheit litten, nachher gegen eine erneute Infektion immun?

Gassner: Ja.

Was raten Sie Schulen, Krippen, Kindergärten?

Gassner: In den letzten Jahren sind vermehrt kleinere Epidemien aufgetreten. Die Infektion verläuft sehr selten schwer. Gesunde können das Virus übertragen. Eine spezifische Therapie, das heisst ein Mittel gegen die Vermehrung des Erregers oder einen Impfstoff gibt es nicht. Weshalb vorwiegend Kinder erkranken, ist auch nicht bekannt. Deshalb sind keine rigorosen Massnahmen wie Schliessen von Schulen zu empfehlen. Sinnvoll sind die üblichen Hygienemassnahmen wie bei Grippe oder anderen Infektionskrankheiten.