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Seit April nie mehr im Tal gewesen

Am 28. Oktober ist offiziell Schluss. Dann wird Peter Steininger in Pension gehen und das Berggasthaus Voralp verlassen, das er mit seiner Frau Helga während acht Sommersaisons geführt hat.
Hanspeter Thurnherr
Ende Monat heisst es Abschied nehmen: Das Wirtepaar Helga und Peter Steininger vor «ihrem» Berggasthaus Voralp. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Ende Monat heisst es Abschied nehmen: Das Wirtepaar Helga und Peter Steininger vor «ihrem» Berggasthaus Voralp. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

2008 suchten Peter und Helga Steininger nach 13 Jahren als Wirtepaar und Gastgeber im Gasthaus Rössli in Krinau als Gastronomen eine «Veränderung», um «nochmals richtig Gas zu geben». Unter anderem schauten sie sich das Berggasthaus Voralp an. «Ich wusste gleich: Das ist es! Doch warum genau, weiss ich eigentlich nicht», sagt Peter Steininger heute. Ihn faszinierte aber die Aussicht, gut sieben Monate zu arbeiten und dann fünf Monate mehr oder weniger frei zu haben.

Aber bedeutet das an diesem Ort nicht, vor allem bei schönem Wetter hart zu arbeiten und ausgerechnet bei schlechtem frei zu haben? Der gelernte Koch, der seine Lehre im «Sternen» in Unterwasser absolvierte und später rund 20 Jahre in Hamburg und zur See als Koch arbeitete, widerspricht: «Wir haben hier etwas aufgebaut, so dass auch bei schlechtem Wetter die Gäste wegen des Essens kommen. Ausserdem wird an Schlechtwetter-Tagen vorproduziert und vorbereitet – und auch <etwas Luft geholt>.»

«Wir machen nur das, was andere auch könnten»

Seit April ist Peter Steininger nicht mehr im Tal gewesen. Arbeiten, in der Küche stehen und nachts schlafen, so sein Lebensrhythmus während der Sommersaison. Das Problem: «Wir finden kaum Angestellte und laufen deshalb oft am Limit. Aber das gilt ja allgemein für die Gastronomie.» Trotzdem sagt er: «Es gibt hier oben nichts Negatives. Alles ist schön.» Oft sei das Restaurant bei prächtigem Wetter so überfüllt, dass Leute weggeschickt werden müssen. Ehefrau Helga erklärt diesen Erfolg so: «Eigentlich machen wir nur das, was andere auch könnten: Lächeln, freundlich sein, Danke und Bitte sagen – auch zu den Angestellten.» Und manchmal geht es im Restaurant Voralp hoch zu und her. «Es gab so viele schöne Sachen, dass wir gar nicht alle erwähnen können. Zum Beispiel mit dem Jodelchor Bergfinkli, mit dem Männerchor, Hochzeiten, lustige Abende mit Vereinen. Dabei war jede Altersgruppe vertreten», zählen die beiden auf.

Im Winter oben wohnen geblieben

Peter und Helga Steininger blieben nach dem Saisonende jeweils den Winter hindurch im Berggasthaus wohnen. «Wir waren wohl die ersten, die das gemacht haben», sagt die Wirtin. Auf die häufige Frage, was sie denn in der dunklen Jahreszeit dort oben machen, antwortet Peter Steininger jeweils: «Wir haben an der Sonne zmörgelet, während ihr wochenlang im Nebel gehockt seid.» Die Wirtin ergänzt: «Wir machen alles, was ihr im Tal auch macht. Wenn wir Lust zum Käffele haben, gehen wir ins Gamperfin.» Dass sie da oben eingesperrt seien, stimme nicht. «Die Strasse ins Tal ist – mit wenigen Ausnahmen – auch im Winter offen», erklärt Peter Steininger.

Richtig ins Schwärmen kommt Helga Steininger, wenn sie von den beiden speziellen Silvesterparties erzählt, die mit Freunden gefeiert wurden. «Wir haben den Raclette-Ofen aufgestellt, mit Kerzen im Schnee für eine romantische Stimmung gesorgt und die wunderschöne Nacht genossen.»

Wenn jeweils draussen dicke Flocken vom Himmel fielen, war die Wirtin nicht mehr zu halten: «Ich musste dann einfach in den Schnee hinaus.» Langweilig wurde es den beiden nie. Denn es gab in diesem grossen Haus immer viel zu tun: Renovieren, Zimmer neu streichen und vieles mehr. Oder Holz zu spalten, damit drinnen gemütlich geheizt werden konnte.

Peter und Helga Steininger – die sich in Grabs einbürgern liessen – werden sich nicht gänzlich von der Voralp verabschieden. Denn sie bleiben am Grabserberg wohnen – und werden bestimmt ab und zu «ihrem» Berggasthaus einen Besuch abstatten.

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