Sei getrost und unverzagt …

Zum Sonntag

Pfarrer Dirk Lehner, Gretschins
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Furcht und Erschrecken begleiten mich, wenn ich Nachrichten von Terror­anschlägen höre und sehe. In den Worten der Bibel höre ich Zuversicht und Hoffnung, so auch im Sonntagswort. Die Bücher der «Chronik des Volkes Israel» beschreiben zwar die ganze Geschichte Israels, legen dabei aber besonderes Gewicht auf die Zeit des Königs David und seines Sohnes König Salomon. Diese Zeit ist nicht nur politisch glorreich, sondern sie ist auch eine Glaubenszeit des Volkes. Ausführlich erzählt das erste Chronikbuch, wie David seinem Sohn aufträgt, dem Gott Israels ein Haus zu bauen, den Tempel. David sagt weiter: «Der Herr wird mit dir sein … darum sei getrost und unverzagt, fürchte dich nicht und lass dich nicht erschrecken!»

David selbst nutzt Worte, die Gott so oder ähnlich gebraucht hat, wenn seine Diener sich fürchteten vor einem grossen Auftrag. Darum dürfen die Worte auch uns gelten, die wir in einer ziemlich unübersicht­lichen Welt leben und glauben. Es wird ja viel geglaubt, aber längst nicht nur Kirchliches. Da hilft es, von Gott selbst oder seinem Diener David Worte zu hören, die das Leben leichter tragen lassen. «Lass dich nicht erschrecken» von dem, was die Welt dir antun kann. Immer ist Gott grösser als das, was geschieht. Und wenn dir Grosses und Tröstendes geschieht, wende dich wieder dankbar an Gott, der diese Welt regiert.

Wenn es mal gar nicht gelingt, denke ich an den evangelischen Schweizer Theologen Karl Barth. Er erlebte am Ende seines Lebens den Kalten Krieg zwischen Ost- und Westmächten. Manche Freunde fragten ihn, wie dieses Weltgeschehen mit dem ­Glauben in Einklang zu bringen sei. «Das wisse er nicht genau», schrieb er den Freunden. «Er könne Gott nicht in die Karten schauen. Eins aber wisse er genau. Trotz des Kriegs­geschreis in Ost und West wisse er: Es wird regiert; und zwar von Gott, dem Allmächtigen. Ihm reiche es, das zu wissen, es mache ihn getrost und unverzagt.» Manchmal drückt sich mein Glaube leider nicht in der Welt aus. Dann bleibt mir aber das Wissen: Gott regiert. Und die Hoffnung, dass dieses Wissen mein Erschrecken auffängt, bis ich Gott wieder besser erkenne, dies wünsche ich auch Ihnen.

Pfarrer Dirk Lehner, Gretschins

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