Seelsorgeeinheit Werdenberg realisiert kirchlichen Sozialdienst

BUCHS. Die Caritas St. Gallen-Appenzell, Regionalstelle Sargans, betreibt neu im Auftrag der Seelsorgeeinheit Werdenberg mit den Pfarreien Wartau, Sevelen, Buchs-Grabs, Gams und Sennwald ab Montag, den 1. Februar, einen kirchlichen Sozialdienst in Buchs.

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Working Poor: Wenn das Geld nur sehr knapp oder gar nicht mehr reicht, um mit dem eigenen Lohn über die Runden zu kommen.. (Bild: Urs Jaudas)

Working Poor: Wenn das Geld nur sehr knapp oder gar nicht mehr reicht, um mit dem eigenen Lohn über die Runden zu kommen.. (Bild: Urs Jaudas)

BUCHS. Die Caritas St. Gallen-Appenzell, Regionalstelle Sargans, betreibt neu im Auftrag der Seelsorgeeinheit Werdenberg mit den Pfarreien Wartau, Sevelen, Buchs-Grabs, Gams und Sennwald ab Montag, den 1. Februar, einen kirchlichen Sozialdienst in Buchs. Snjezana Gajski, Sozialarbeiterin, wird die Fachstelle leiten. Das Angebot richtet sich speziell an sogenannte Working Poor.

Nähe und Erreichbarkeit

Der neue kirchliche Sozialdienst setzt sich sowohl für Menschen in Not wie auch für verbesserte Rahmenbedingungen in der Region Werdenberg ein. Snjezana Gajski engagiert sich in ihrer Aufgabe insbesondere für Menschen, die von Armut und Ausgrenzung betroffen sind, am Existenzminimum leben und von keiner staatlichen Instanz unterstützt werden. Dies in enger Zusammenarbeit mit den ökumenischen Partnerorganisationen sowie den regionalen Sozialfachstellen und Behörden. Dank der Verortung des kirchlichen Sozialdienstes in der Seelsorgeeinheit Werdenberg ist die Nähe zu den armutsbetroffenen Menschen wie auch eine gute Erreichbarkeit gewährleistet.

Wieso kirchlicher Sozialdienst?

7,6 Prozent der Schweizer Bevölkerung sind armutsbetroffen, jeder oder jede 13. muss mit sehr wenig Geld leben. Viele sind «Working Poor», sie gehen im Tieflohnsegment einer Vollbeschäftigung nach, verdienen aber zu wenig und leben nur sehr knapp über dem Existenzminimum. «Auch Lohneinbussen aufgrund von Krankheit oder Erwerbslosigkeit sowie unerwartete Gesundheitskosten für Kinder zwingen Menschen zu einem Leben an der Armutsgrenze», erklärt die neue Stellenleiterin. Anrecht auf Sozialhilfe oder anderweitige staatliche Unterstützung haben Working Poor nicht. Deshalb sind sie bei zusätzlichen, unerwarteten Ausgaben auf Unterstützung und Beratung angewiesen. «Genau hier setzt der kirchliche Sozialdienst an», betont Snjezana Gajski.

Unbürokratische Hilfe

In der Sozialberatung berät Snjezana Gajski Einzelpersonen und Familien bei sozialen oder finanziellen Fragen. Zusätzlich werden Betroffene informiert über soziale und budgetentlastende Angebote und wenn nötig und möglich an weitere Fachstellen vermittelt. «Wenn Menschen in finanzielle Notlagen geraten, können wir nach Abklärung der Situation unbürokratisch eine erste schnelle Hilfe leisten», ergänzt die Leiterin der Fachstelle.

Daneben wird der kirchliche Sozialdienst mit Projekten und unter Mitwirkung von Freiwilligen wie auch Betroffenen dazu beitragen, die Lebensbedingungen der sozial benachteiligten Menschen zu verbessern. «Unser kirchlicher Sozialdienst setzt sich ein für soziale Gerechtigkeit, eine solidarische Gesellschaft und für soziale Integration in der Region Werdenberg. Die Angebote sind kostenlos und offen für alle Bewohnerinnen und Bewohner der Region, unabhängig von Nationalität oder Religion.»

Mit reicher Erfahrung

Snjezana Gajski ist Sozialarbeiterin und arbeitet bei der Caritas St. Gallen-Appenzell, Regionalstelle Sargans. Gemäss dem Leistungsauftrag der Seelsorgeeinheit Werdenberg mit der Caritas St. Gallen-Appenzell, Fachstelle Diakonie des Bistums St. Gallen, wird sie die Stelle aufbauen und gestalten.

Die Buchser Stellenleiterin wuchs in Heiden auf und bringt Berufserfahrungen mit aus verschiedenen Arbeitsfeldern wie Erwerbslosenprojekte, Psychiatrie und Altersarbeit. Zuletzt arbeitete Snjezana Gajski mehrere Jahre im Frauenhaus Liechtenstein. (wo)

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