«Seelenbilder» im Rathaus

In der Rathausgalerie Frümsen ist eine neue Bilderausstellung eröffnet worden. Romé Canonica-Beham aus Schaan zeigt einen Teil ihrer besonderen Werke.

Hansruedi Rohrer
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Romé Canonica-Beham zeigt ihre Seelenbilder in Frümsen, an der Wand hängt das Werk mit dem Titel «Erkenntnis». (Bild: Hansruedi Rohrer)

Romé Canonica-Beham zeigt ihre Seelenbilder in Frümsen, an der Wand hängt das Werk mit dem Titel «Erkenntnis». (Bild: Hansruedi Rohrer)

FRÜMSEN. «Seelenbilder» nennt Romé Canonica-Beham ihre Werke, die sie hier präsentiert. Es ist ihre erste Ausstellung, welche sie einem grösseren Kreis ausserhalb der Familie in der Rathausgalerie der Gemeinde Sennwald zeigt. Ihren Bildern hat sie unter anderem Namen wie «Neugier», «Spinnentränen», «Irrungen», «Sturm», «Schattenwelt», «Männertanz», «Ernte», «Harmonie» gegeben.

An der Vernissage würdigte Sohn Sven Beham die Werke und das künstlerische Wirken von Romé Canonica-Beham, seiner Mutter. «Ist denn die Seele überhaupt in irgendeiner Form er-fassbar?» fragte der Redner. Vom ersten Augenblick unseres Seins seien wir mit unserer Seele feinst verwoben, sagte Sven Beham, «und vielleicht, wer weiss, über unser Sein hinaus».

Seele ummantelt

Man solle sich vorstellen, dass die Seele uns ummantelt, gleich einer Hülle, führte der Redner aus. «Und in dieser Hülle sind Fenster, die uns Aus- oder vielmehr Einblicke gewähren – in Augenblicke unserer Seelenwelt. Wir alle haben doch diese begleitenden Bilder in uns, die sich ständig und immer wieder wandeln.»

So sieht Sven Beham Romés Bilder: wie Fenster, die solche Aus- oder eben Einblicke in ihre Seele zeigen. «Sehr persönliche, durchaus auch intime Einblicke, die den Zustand ihrer Seele preisgeben, in dem Moment, wo sie den Pinsel über die Leinwand führt.»

Gemalte «Kinder»

In der Vorbereitung zu dieser Ausstellung habe die Künstlerin gesagt, dass sie etwa wisse, wo alle Bilder hängen sollen, verriet der Vernissageredner. «Sie sind ja alle wie meine Kinder», habe Romé Canonica-Beham gesagt. Somit würden nun Mamas «gemalte Kinder» zu den Besucherinnen und Besuchern sprechen. «Ich weiss, sie haben Euch zu erzählen», meinte Sven Beham. Er zitierte auch Rainer Maria Rilke, der die Unfassbarkeit der Seele in Worten zu erfassen versuchte. Dieser habe Worte wie unscheinbar, staunend, offenbarend, entzweiend, befreiend, seiend, schweigend, erhebend, rührend benutzt.

Die Ausstellung dauert noch bis zum 13. November 2015.