Schwung für das Medizinstudium

Für das Projekt «Medical Master St. Gallen» sind die kommenden acht Monate entscheidend. Die Hoffnungen ruhen auch auf Bundesrat Schneider-Ammann.

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Heidi Hanselmann St. Galler Regierungsrätin (SP) (Bild: Ralph Ribi)

Heidi Hanselmann St. Galler Regierungsrätin (SP) (Bild: Ralph Ribi)

ST. GALLEN. Der Zeitplan ist ambitioniert: Diese Woche trifft sich erstmals das Projektteam, das die konkreten Vorgaben für ein Medizinstudium in St. Gallen erarbeiten soll. Nur acht Monate später soll das Geschäft bereits reif sein für die Beratung in der Kantonsregierung.

«Die Zeit drängt»

«Uns ist bewusst, dass dieser Zeitplan sportlich ist», sagt Gesundheitschefin Heidi Hanselmann, die zugleich den Lenkungsausschuss für das Projekt präsidiert. «Die Zeit drängt aber, das Problem ist akut.» Wie sehr, das zeigen die Zahlen des Bundes: Schweizweit werden demnach jährlich 1200 bis 1300 neue Ärzte benötigt. Die Zahl der frisch Ausgebildeten ist deutlich kleiner: 2013 haben gerade mal 790 Personen den Master in Humanmedizin abgeschlossen. In der Ostschweiz ist die Lage besonders prekär. Am Kantonsspital beträgt der Anteil ausländischer Ärzte rund 50 Prozent. Mit dem Medical Master will der Kanton deshalb einen eigenen Beitrag zur Linderung des Ärztemangels leisten. Das Projekt benötigt aber nicht nur die Unterstützung in der Ostschweiz, sondern auch den Zuspruch von Bundesbern. Noch vor den Herbstferien wollen sich die St. Galler Projektverantwortlichen mit Bildungsminister Johann Schneider-Ammann treffen. Derzeit sei die Terminsuche im Gang, sagt Hanselmann. «In Bern soll man merken, dass wir es ernst meinen.»

Kommission «erfreut»

Positiv über das Projekt geäussert hat sich zuletzt die Kommission für Aussenbeziehungen. Die Kommission zeigte sich «erfreut», dass der Projektauftrag aus ihrem Bericht 2013 zeitnah umgesetzt werde. (ar)