SCHWINGEN: Abendlicher «Hoselupf»

Midnight Sports Obertoggenburg lud am Samstag zum Plauschschwingen zu vorgerückter Stunde im Schwingkeller in Stein. Einige Jugendliche stiegen ins Sägemehl und versuchten, ihre Gegner ins Sägemehl zu drücken.

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Nach anfänglichem Zögern haben sich dann doch noch einige Jugendliche ins Sägemehl gewagt. (Bild: PD)

Nach anfänglichem Zögern haben sich dann doch noch einige Jugendliche ins Sägemehl gewagt. (Bild: PD)

Um halb neun sollte das abendliche Plauschschwingen beginnen. Einige Jugendliche hatten sich bereits in und um das Mehrzweckgebäude in Stein versammelt, im darin gelegenen Schwingkeller herrschte aber noch gähnende Leere. Nur die beiden Initiatoren Sammy Abderhalden und David Lieberherr warteten in ihre Schwinghosen gekleidet auf Gegner. Die beiden Jugendlichen sind seit einigen Jahren leidenschaftliche Schwinger im Schwingclub Wattwil. Begeistert nahmen sie die Idee von Kollege Roger Kuhn auf, im Rahmen der Midnight-Sports-Turnabende einen Plauschwettkampf ihrer Lieblingssportart durchzuführen. Unterstützt wurden sie dabei vom Leiterteam von Midnight Sports Obertoggenburg.

Das Projekt der Gemeinden Nesslau und Wildhaus-Alt St. Johann sowie Idée Sport bietet Jugendlichen von 12 bis 18 Jahren die Möglichkeit, sich drei- bis viermal pro Monat an einem Freitag- oder Samstagabend in der Turnhalle auszutoben. Das Angebot wird rege genutzt und stetig erweitert. Durchschnittlich 20 Jugendliche geniessen jeweils ihren Ausgang in der Mehrzweckhalle. Vor allem bei den zahlreichen Spezialevents füllen sich die Zeilen des Gästebuchs, welches beim Eingang ausgefüllt wird. Guten Anklang findet der anfangs Saison neu eröffnete Jugendraum. Die Jugendlichen messen sich im Billard oder am «Tschuttikaste», schauen sich auf dem Sofa gemütlich einen Film an oder genehmigen sich ein nicht alkoholisches Getränk an der Bar.

Überredungskünste waren vonnöten

Und eben da verweilte ein Grossteil der jungen Erwachsenen am frühen Samstagabend. Zwischendurch schauten sie mal wieder im Schwingkeller vorbei, den Mut, sich eventuell aufs Kreuz legen zu lassen, fanden viele nicht. Erst als die beiden verantwortlichen Coaches Abderhalden und Lieberherr auf ihre Kollegen zugingen und sie herausforderten, traute sich der eine oder andere. Auch wenn sie gegen die «Profis» nur wenig Chance hatten, machte es den Teilnehmern sichtlich Spass, und so fanden sich dann, je später es wurde, doch noch einige Jugendliche im Schwingkeller ein. Sogar einige Mädchen, die erst nur zum Anfeuern gekommen waren, zogen die Schwinghosen über und wagten unter der Anleitung von Sammy Abderhalden einen «Hoselupf». Er zeigte ihnen verschiedene Techniken wie den «Hüfter» und erklärte, worauf es beim Schwingen ankommt. Auch, wie man sich begrüsst, verabschiedet und den Verlierer vom Sägemehl befreit. Er erklärte, dass Grösse und Gewicht zwar Einfluss hätten, die Technik aber entscheidend sei. Diese passe man auch der Statur des Gegenübers an. Obwohl die Teilnehmenden die Tipps gut anwandten, hatten sie – wie man schon angenommen hatte – gegen den grossgewachsenen David Lieberherr keine Chance. Dieser ging dann auch als Sieger hervor, gefolgt von Clubkollege Sammy Abderhalden. Drittplatzierter und erster «Nichtschwinger» war der Ideenlieferant Roger Kuhn.

Für die beiden Organisatoren war der Abend trotz etwas enttäuschender Teilnehmerzahl gelungen. Sie hatten einen lustigen Abend mit ihren Freunden und konnten sich für das erste Turnier nach der Winterpause aufwärmen. Auch Projektleiterin Elisabeth Meyer, die noch während des Anlasses fleissig die Accounts auf sozialen Medien mit Fotos und Videos aktualisierte, freute sich über das Engagement der Jungen. Aber auch sie, die den ganzen Abend über in allen Räumlichkeiten präsent war und den Jugendlichen trotzdem ihren Freiraum einräumte, ist nicht untätig. Sie steckt mitten in der Planung des ersten Sommeranlasses. Nach Saisonschluss am 1. April dürfen sich die jungen Erwachsenen auf einen erlebnisreichen Outdooranlass freuen. Dieser wird am 8. und 10. Juni auf dem Areal des Johanneums in Nesslau stattfinden. (pd)