Schwerverkehr bereitet Sorgen

Die IG Sichere Spitalstrasse wollte, zumindest während der Bauarbeiten des Spitals Grabs, die Buslinien von der Spitalstrasse weghaben. Ihre Einsprache hat sie letztlich zwar zurückgezogen, zufrieden ist sie aber trotzdem nicht.

Thomas Schwizer
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Die Situation bei der Kreuzung Spitalstrasse-Hochhausstrasse soll 2016 baulich verbessert werden, unabhängig von der Spitalbaustelle. (Bild: Tony Hehli)

Die Situation bei der Kreuzung Spitalstrasse-Hochhausstrasse soll 2016 baulich verbessert werden, unabhängig von der Spitalbaustelle. (Bild: Tony Hehli)

GRABS. Man müsse nicht schwarzmalen, wenn man mit dem massiven zusätzlichen Verkehr durch die langjährige Spital-Grossbaustelle bedeutende Probleme voraussehe, sagt René Hitz von der IG Sichere Spitalstrasse. Als besonders gefährdet erachtet die IG die Schulkinder, welche die Spitalstrasse täglich nutzen würden. Bereits heute bereite den Linienbussen das Kreuzen in den Kurven auf der Hochhaus- und Spitalstrasse Schwierigkeiten, stellt Hitz fest. Sie verkehren seit Dezember 2013 über das Spital Grabs.

108mal fahren diese Busse wochentags auf dieser Strecke. Stellenweise, insbesondere in den engen Kurven, müssen sie beim Kreuzen auf das Trottoir ausweichen. Das sei verboten und für Fussgänger gefährlich – und eine Zumutung für die Busfahrer, befand die IG. Die Abteilung Verkehrstechnik der Kantonspolizei pflichtete der IG bei.

Bus fährt weiter zum Spital

Die IG Sichere Spitalstrasse forderte in ihrer Einsprache die Verlegung der Linienbusse von der Spitalstrasse auf die Staatsstrasse, wo sie bis Ende Dezember 2013 fuhren – zumindest bis nach der Bauphase, wie René Hitz betont. Der Fussweg von den Haltestellen an der Staatsstrasse zum Spital und zum Pflegeheim sei mit rund 300 Metern zumutbar. Dieses Ansinnen wurde von der Gemeinde nach Rücksprache mit kantonalen Ämtern aber abgelehnt.

Die gute Erreichbarkeit von Spital und Pflegeheim mit dem öffentlichen Verkehr habe Priorität, schrieb das Amt für öffentlichen Verkehr. Rund 80 Personen würden täglich bei der Haltestelle Spital aussteigen – das sei die zweithöchste Frequenz aller Haltestellen in Grabs. Die Spitalstrasse als Gemeindestrasse 1. Klasse diene dem örtlichen und überörtlichen Verkehr und stehe dem allgemeinen Motorfahrzeugverkehr offen, hiess es weiter. Sie könne einen allfälligen Mehrverkehr auch während der Bauphase «problemlos aufnehmen», befand das kantonale Hochbauamt. Die Verkehrssicherheit könne dank der flankierenden Massnahmen (siehe Kasten) auch während dieser Phase gewährleistet werden.

Tempo 30 wurde abgelehnt

Die IG verlangte in ihrer Einsprache zwingend flankierende Massnahmen und Auflagen, um die erforderliche Sicherheit insbesondere für schwächere Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten. Während der Bauzeit regte sie dafür neben der Busverlegung konkret auch auch eine Temporeduktion auf der Spitalstrasse mit einer Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h statt heute 50 km/h an.

Diesem Ansinnen hat die Polizei für eine Gemeindestrasse 1. Klasse «mit dem Zweck als Hauptsammelstrasse» nicht zugestimmt, wie der Gemeinderat die IG informierte. Gleichzeitig versprach der Rat ihr, alles daran zu setzen, dass während der Bauphase immerhin eine Beschränkung auf 40 km/h verfügt wird.

Aufgrund all der für sie negativen Ausführungen der kantonalen Ämter und der Kantonspolizei wurde die IG von der Gemeinde Grabs informiert, dass der Gemeinderat ihre Einsprache kaum schützen könne. Sie erhielt dabei die Gelegenheit, die Einsprache ohne Kostenfolge zurückzuziehen. Das habe die IG denn auch schweren Herzens getan, wie René Hitz sagt.

Nun hofft die IG Sichere Spitalstrasse, dass die versprochenen flankierenden Massnahmen die Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer, insbesondere für die Fussgänger, etwas entschärfen werden. Allerdings sind ihre Befürchtungen damit keineswegs vom Tisch, wie René Hitz betont. Deshalb gebe die IG die Hoffnung nicht auf, dass eine Verlegung der öffentlichen Buslinien auf die Staatsstrasse, zumindest auf den Fahrplanwechsel 2017, doch wieder zum Thema wird.