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Schwarze Komödie, ganz in Schwarz-Weiss

Wohnzimmer und Kleidung in Schwarz, Weiss und Grau, dazu schwarzer Humor und beste schauspielerische Leistungen: Die Fabriggli-Eigenproduktion «Mörderische Phantasien» überzeugt.
Adi Lippuner
Sepp Gähwiler jun. als Simon Putnam, Alexandra Gächter als Brooke Carmichael (von links) in der Fabriggli-Eigenproduktion. (Bilder: Markus Plat)

Sepp Gähwiler jun. als Simon Putnam, Alexandra Gächter als Brooke Carmichael (von links) in der Fabriggli-Eigenproduktion. (Bilder: Markus Plat)

Die Inszenierung beginnt mit einem Knall aus der alten Pistole von Arthur Putnam. Der erfolgreiche Kriminalautor hat sich mit seinem jüngsten Werk in eine neue Richtung begeben und eine Liebesgeschichte geschrieben. Seine Frau Julia, früher eine erfolgreiche Tennisspielerin, hegt bei der Lektüre des Manuskripts Zweifel an der Treue ihres Mannes. So weit die Ausgangslage von «Mörderische Phantasien», geschrieben von Bernard Slade, gezeigt als Eigenproduktion erstmals am Freitagabend. Das Ganze sehr zur Freude des Premierenpublikums, welches im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal die Aufführung in vollen Zügen genoss und die Leistungen mit lange anhaltendem Applaus belohnte.

Das Ehepaar Putnam sitzt im ganz in Schwarz-Weiss-Grau gehaltenen Wohnzimmer. Auch Kleidung und Maske sind diesem Farbkonzept angepasst worden. Damit wähnen sich die Zuschauenden – was von der Regisseurin Simona Specker gewollt ist – in einem Schwarz-Weiss-Film, wie sie in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts über die Leinwand flimmerten.

Vermischung von Phantasie und Wirklichkeit

Doch was ist nun eigentlich mit der Angst, welche der Hauptdarsteller und Krimiautor Arthur Putnam immer wieder geschickt zur Sprache bringt? Wird er wirklich von einer unbekannten Person bedroht? Ist etwas dran an seiner Phantasie von «fast vor die U-Bahn gestossen worden» oder «die Lenkung beim Auto hat versagt»? Fragen, auf die es zu Beginn des Stücks keine Antworten gibt. Fest steht, Alkohol und die spezielle Tabakmischung des Hausherrn spielen bei den Protagonisten eine grosse Rolle. Egal ob Whisky, Wodka oder Cognac, dem Hochprozentigen wird gerne zugesprochen. Ab und zu serviert die Dame des Hauses auch Tee, oder die feinen Porzellantassen werden mit Kaffee aus der Silberkanne gefüllt.

Gute schauspielerische Leistung

Die vier Schauspielerinnen Andrea Fischer-Schlegel, Ute Hoffmann, Vanessa Kobelt und Alexandra Gächter sowie die drei Schauspieler Alois Ruch, Bertolt Specker und Sepp Gähwiler brillieren nicht nur mit ihrer Textsicherheit. Sie verkörpern die feine Gesellschaft Englands, wie sie zu Beginn der 1960er-Jahre gelebt hat. Jede Person hat ihren ganz eigenen Charakter, der erfolgreiche Krimiautor ist mit seinen Gedanken meist an einem anderen Ort, der Detektiv, auf den ersten Blick eher unbeholfen, im Verlaufe des Stücks aber äusserst scharfsinnig, Ehefrau Julia undurchschaubar, Lektorin Holly Adams geheimnisvoll, Sohn Simon mit immer neuen Geschäftsideen und dann noch die frech auftretende Geliebte und eine Diplomatengattin.

In «Mörderische Phantasien» sind Überraschungen garantiert, Phantasien werden geweckt und menschliche Abgründe tun sich immer wieder neue auf.

Die Fabriggli-Eigenproduktion wird noch siebenmal aufgeführt, Details dazu unter www.fabriggli.ch – dort können auch Plätze reserviert werden.

Auch sie spielen in Schwarz-Weiss: Alois Ruch als Sergeant Burchitt, Ute Hoffmann als Julia Putnam und Bertolt Specker als Arthur Putnam (von links).

Auch sie spielen in Schwarz-Weiss: Alois Ruch als Sergeant Burchitt, Ute Hoffmann als Julia Putnam und Bertolt Specker als Arthur Putnam (von links).

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