Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Schwant den Schwänen Böses?

Früher hat man Eier der Schwäne angestochen, um den Bestand zu regulieren, auch am Werdenbergersee. Später wurde dies verboten. Nun hat der Nationalrat beschlossen, den Schutz des Höckerschwans wieder zu lockern.
Corinne Hanselmann
Letzte Woche waren die Jungschwäne noch am See – durften aber bereits kaum mehr ins Wasser. (Bild: Elke Schwizer)

Letzte Woche waren die Jungschwäne noch am See – durften aber bereits kaum mehr ins Wasser. (Bild: Elke Schwizer)

WERDENBERG. «So viele!» hörte man in den letzten Jahren oft von Schaulustigen am Werdenbergersee, die darüber staunten, dass das Schwanenpaar meist zwischen fünf und acht Junge aufzog. «Das ist aber eine ganz gewöhnliche Brut», erklärt Wildhüter Silvan Eugster. Der Bestand am Werdenbergersee wurde früher vom Menschen reguliert, indem die Eier im Nest gestochen wurden, was aktuell nur noch unter gesetzlichen Auflagen möglich ist, die nicht vorliegen. Deshalb gab es früher meist weniger Jungschwäne.

Der Nationalrat hat kürzlich beschlossen, diesen Schutz entsprechend einer Motion vom Nidwaldner Ständerat Paul Niederberger (CVP) wieder zu lockern (W&O vom 3. März). Die zunehmende Anzahl der Schwäne würden erhebliche Schäden in landwirtschaftlichen Kulturen verursachen, indem sie Wiesen verkoten. Ausserdem würden Schwäne Spaziergänger und Kinder gefährden, weil sie die Scheu vor Menschen verloren hätten. Doch wie sieht die Situation im Werdenberg aus?

Für Spaziergänger keine Gefahr

«Ob und wie wir von einem gelockerten Gesetz Gebrauch machen werden, kann ich aktuell noch nicht sagen», sagt Eugster gegenüber dem W&O. Durch die gestiegene Anzahl mussten auch rund um den Werdenbergersee vermehrt Plätze vom Kot gereinigt werden. «Gegenüber Spaziergängern stellen die Schwäne hier keine Gefahr dar», so der Wildhüter weiter. Jedoch besteht Unfallgefahr, wenn die Schwäne ständig auf der Strasse sind.

Tatsache ist, dass die aktuelle Situation am Werdenbergersee nicht wirklich einem natürlichen Prozess entspreche, so Eugster. «Normalerweise würde ich nicht ins Geschehen eingreifen und Jungschwäne umsiedeln.» Das könne zwar dazu führen, dass sie, wenn sie den Lebensraum der Eltern nicht von sich aus verlassen, bei der aggressiven Verteidigung durch den Vater ums Leben kommen, dies sei aber der Lauf der Natur. «Erst kürzlich ist dies beim Weiher in Oberriet geschehen, ebenfalls weil die Jungschwäne nicht gehen wollten», weiss der Wildhüter.

Auch in den letzten Jahren wurden schon Schwäne vom Werdenberg umgesiedelt, wenn sich erhebliche Unstimmigkeiten zwischen Eltern und Jungen ergaben. Den Schwänen gefällt es hier gut, was wohl auch daran liegt, dass sie von Spaziergängern mit Brot gefüttert werden und diese einfache «Futterbeschaffung» natürlich bequem ist. «Das ist zwar nicht unbedingt gesund, in vernünftigen Mengen aber vertretbar», so Eugster. Keinesfalls dürfe der See aber als «Abfallentsorgung» für Altbrot genutzt werden.

Alle Letztjährigen überlebten

In den vergangenen Jahren sind oft mehrere der Jungschwäne am Werdenbergersee im ersten Lebensjahr gestorben. «Die Mortalitätsrate bei den Jungschwänen ist sehr hoch. Nur etwa elf Prozent werden jemals selber brüten», so Eugster. Doch der Jahrgang 2015 scheint ein resistenter zu sein. Alle sieben Geschlüpften überlebten bisher.

Eugster geht davon aus, dass das Schwanenpaar auch dieses Jahr wieder brütet. Wenn alles nach Plan verläuft, werden die Küken etwa im April/Mai schlüpfen und am Werdenbergersee bestimmt wieder Jung und Alt in ihren Bann ziehen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.