«Schwäne sollte man grundsätzlich nicht füttern»

WERDENBERG. Wirft man am Werdenbergersee ein Stück Brot ins Wasser, schwimmen sogleich Dutzende Enten und alle fünf Schwäne in Windeseile herbei und streiten sich um den Bissen.

Alexandra Gächter
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Obwohl Schwäne und Enten sich auf einen Bissen Brot gerne einladen lassen, sollte man sie nicht füttern. Das begünstigt eine Überpopulation. (Bild: Alexandra Gächter)

Obwohl Schwäne und Enten sich auf einen Bissen Brot gerne einladen lassen, sollte man sie nicht füttern. Das begünstigt eine Überpopulation. (Bild: Alexandra Gächter)

WERDENBERG. Wirft man am Werdenbergersee ein Stück Brot ins Wasser, schwimmen sogleich Dutzende Enten und alle fünf Schwäne in Windeseile herbei und streiten sich um den Bissen. Auch diejenigen Enten, welche ganz zuhinterst auf dem See verweilten, lassen sich die Gelegenheit nicht nehmen und halten einem innert kurzer Zeit den Schnabel entgegen.

So gerne die Enten und Schwäne Brot haben, so ungern wird das Füttern mancherorts gesehen. So hat die Stadt Luzern vor wenigen Tagen erstmals festgehalten, dass Schwäne nicht gefüttert werden sollten, da dies oft kontraproduktiv sei.

Werdenbergersee ist zu klein

Auf dem Werdenbergersee ist ein Schwanenpaar beheimatet, welches diesen Frühling acht Jungschwäne ausgebrütet hat (der W&O berichtete am 29. Juli). Im ersten Jahr sterben jeweils viele Jungschwäne, sagt der Werdenberger Wildhüter Silvan Eugster. Drei der Küken haben überlebt. Die Wahrscheinlichkeit, dass nächsten Frühling diese noch da sind, sei jedoch gering. «Der Werdenbergersee ist zu klein für zwei Schwanenfamilien.» Um Inzucht zu vermeiden, würden die Elterntiere ihre Jungen vertreiben, so Eugster.

Überpopulation durch Füttern

Was das Füttern anbelangt meint er: «Schwäne sind Wildtiere und diese sollte man grundsätzlich nicht füttern.» Tut man es trotzdem, fördere man eine Überpopulation. Dies wiederum führe zu Territorialkämpfen oder begünstige das Verbreiten von ansteckenden Krankheiten unter den Wasservögeln. Der gutgemeinte Gedanke, die Vögel über den Winter zu retten, könne daher das Gegenteil bewirken.

Schwäne suchen andere Plätze

Und wenn der See zugefroren ist? Soll man dann füttern? Für Wildhüter Eugster ist das kein Grund. «Schwäne können fliegen und andere Nahrungsplätze aufsuchen, wenn an einem Ort Nahrungsmangel herrscht.» So flögen sie zum Beispiel an Fliessgewässer wie den Rhein oder den Binnenkanal. • DIE DRITTE