Schule Gams – Fragen und Fragen

Der Artikel über die Kosten der Schulführung Gams im W&O vom 25. Oktober war sehr aufschlussreich. Die vormalige Schulratspräsidentin, Ursula Dürr, konnte darin glaubhaft darstellen, wie das Präsidium in der Einheitsgemeinde geplant war und welche Kosteneinsparungen es gebracht hätte.

Lina Lachnit, Thalistrasse 20, Haag
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Der Artikel über die Kosten der Schulführung Gams im W&O vom 25. Oktober war sehr aufschlussreich. Die vormalige Schulratspräsidentin, Ursula Dürr, konnte darin glaubhaft darstellen, wie das Präsidium in der Einheitsgemeinde geplant war und welche Kosteneinsparungen es gebracht hätte. Wie man sieht, hielten sich weder Frau Eberle noch die Gamser Behörden an dieses Konzept. Nicht die Gamser Schule kostet mehr, sondern die Schulratspräsidentin. Das stösst besonders sauer auf. Ich habe nämlich miterlebt, wie Frau Eberle vier Monate nach ihrem Amtsantritt zwei verdienten Kolleginnen eine Lektion für administrative Arbeit gestrichen hat. Diese Lektion war von der damaligen Schulleiterin beantragt und von der vormaligen Schulratspräsidentin und dem Schulrat genehmigt worden. Frau Eberle aber setzte sofort dort den Sparstift an – warum bei verdienten, langjährigen Lehrkräften, warum bei Förderlektionen für Schüler und warum nicht bei sich selber?

In der Diskussion nimmt das Budget einen hohen Stellenwert ein. Das ist richtig, denn 50 000 Franken Steuergeld sind keine Kleinigkeit. Dazu muss man bedenken, dass die erfahrenen Lehrkräfte, welche gingen oder gegangen wurden, durch junge ersetzt wurden. Diese kosten logischerweise weniger. Nennt Frau Eberle das haushälterisch? Speziell.

Auch fällt mir auf, dass es in den Gesprächen nie um Lehrpersonen, Mitglieder der Schulverwaltung oder gar Schüler geht. Das Wohl der Menschen müsste meiner Meinung nach wieder an die erste Stelle gerückt werden. Wenn ich aber beim Wohl der Menschen bin, dann möchte ich gerne wissen, wie es zu und her gehen kann, dass eine kompetente, sehr gewissenhafte Schulsekretärin einfach so von der Bildfläche «verschwinden» kann. Natürlich wusste sie über alle laufenden Geschäfte Bescheid, und sie kannte die Gesetze aus dem FF. Das erfreute nicht immer alle Schulräte. Wie wurde es ihr gedankt? Darüber sollte uns Frau Eberle ebenfalls einmal Auskunft geben, und die Gamser würden vor einer weiteren, unglaublich anmutenden Geschichte stehen! Anstelle dieser Wahrheit hören wir, dass das Schulsekretariat professionalisiert wurde. Das stimmt so schlicht nicht, und Frau Eberle weiss das sehr gut.

Diese und noch viel mehr Fragen stelle ich mir, vor allem auch seitdem ich zahlreiche positive Rückmeldungen aus Gams auf meine Leserbriefe erhielt. Uns alle verband die Überzeugung, dass Fragen offen sind und dass die Führung der Schule in andere Hände übergehen muss, damit die Schule wieder das werden kann, was sie sein sollte: ein Ort, an dem Lehrer mit Freude arbeiten und die Schüler das erhalten, was sie brauchen.

Wertschätzung für die Gamser Schule

Als ehemalige Kindergartenlehrperson in Gams erlebte ich, wie der Schulrat das neue Förderkonzept grösstenteils über die Köpfe des Lehrkörpers hinweg erarbeiten liess und umsetzte. In der Öffentlichkeit wurde dies stets gegenteilig dargestellt. Gams hat nun ein Förderkonzept ohne spezielle Massnahmen für Kinder, die nach dem 2. KG-Jahr die Schulreife noch nicht erlangt haben. Andere Schulgemeinden bieten für schulunreife Kinder das Einschulungsjahr, die Einführungsklasse oder das Lernschloss an. Gams strich das bewährte 3. Kindergartenjahr ersatzlos. Die 1. Klassen sind somit grösser geworden und die – notabene massiv gekürzte – spezielle Förderung findet im Klassenzimmer statt. Dadurch sind vor allem die schwächeren Schüler leider oftmals überfordert.

Am 27. November haben wir die Chance, das Schulratspräsidium in Gams neu zu besetzen. Mirjam Michel möchte ihren zukünftigen Mitarbeitenden mit Wertschätzung begegnen. Zudem stellt sie nicht sich selber, sondern die Sache in den Mittelpunkt. Deshalb ist sie die beste Wahl für die Schule Gams.

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