Schuelhüsli-Charme bewahren

Die Seveler Bürgerschaft kann an der Budgetversammlung über die Renovation des Schulhauses Rans abstimmen. Aus wirtschaftlichen wie aus pädagogischen Gründen sehen die Behörden die Sanierung als beste aller Möglichkeiten.

Heini Schwendener
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An der Seveler Budgetversammlung werden 1,79 Millionen Franken für die Sanierung des Schulhauses Rans beantragt. (Bild: Heini Schwendener)

An der Seveler Budgetversammlung werden 1,79 Millionen Franken für die Sanierung des Schulhauses Rans beantragt. (Bild: Heini Schwendener)

SEVELEN. Am bald 100jährigen Schulhaus Rans nagt der Zahn der Zeit, vor allem entspricht es unter energetischen Aspekten und aus Gründen der Sicherheit nicht mehr den heutigen Anforderungen. Würde die vom Gemeinde- und Schulrat vorgeschlagene Sanierung für 1,79 Millionen Franken (vgl. Titelseite) vom Stimmvolk abgelehnt, entstünden trotzdem Ohnehin-Kosten für die unumgänglichen Sanierungen von 470 000 Franken, sagte Gemeindepräsident Roland Ledergerber an einem Informationsanlass.

Es wird nicht geklotzt

Ledergerber betonte, die Gemeinde könne sich angesichts der Eigenkapitaldecke diese Investition leisten, ohne Fremdgeld dafür aufzunehmen. Schulratspräsidentin Esther Hagmann und Architekt Werner Stricker stellten das Sanierungsprojekt vor. Dabei wurde klar: Geklotzt wird keinesfalls, das «Schuelhüsli», wie es von der Bevölkerung liebevoll genannt wird, soll moderat saniert werden und wird im Vergleich zu modernen Anlagen immer ein Kompromiss bleiben. Doch genau dieser Kompromiss macht letztlich den Charme dieses Schuelhüslis aus, das wurde am Dienstagabend auch seitens der Bevölkerung mehrfach betont. Die Behörden kamen zusammen mit Fachleuten zum Schluss, dass eine Sanierung die beste aller Möglichkeiten darstellt, sowohl wirtschaftlich wie auch aus pädagogischer Sicht.

Stabile Schülerzahlen

Durchschnittlich wurden in den vergangenen fünf Jahren 39 Kinder (Kindergärtler und Schüler) pro Jahr beschult. Auch für die nächsten vier Jahre wird mit dieser Zahl gerechnet. Diese Schüler dauerhaft im Gadretsch zu integrieren hätte letztlich höhere Kosten verursacht als eine Sanierung in Rans.

Gemäss Werner Stricker soll das Haus mit Rücksicht auf die bestehende Bausubstanz sanft renoviert werden. So entsteht beispielsweise der kleine, überdachte Pausenplatz (den es bisher nicht gab) bergseits auf der Westseite, was die Aussenansicht des altehrwürdigen Gebäudes gar nicht beeinträchtigt. Die Veränderungen im Inneren (es gibt zwei Schulzimmer, ein Kindergartenzimmer und Nebenräume) beschränken sich auf das Nötigste, also beispielsweise neue Böden, Elektro- und, wo nötig, Sanitärinstallationen.

Mehr Sicherheit

Es entstehen zwei Gruppenräume, und der bisher ungenutzte Estrich wird innen isoliert und in der Mitte, wo die Raumhöhe ausreicht, zu einem multifunktionalen Raum umgestaltet. Durch Verlegungen der Garderoben werden bessere Betriebsabläufe geschaffen. Wichtig auch: Neue Fenster mit Dreifach-Verbundsicherheitsglas erhöhen die Sicherheit und verbessern die Energiebilanz. Ausserdem entstehen neue Brandschutzabschnitte, die Fluchtwege im Treppenhaus werden verbessert und der Brandschutz insgesamt stark erhöht. Behindertengerecht könne das Schulhaus jedoch nie werden, versicherten der Architekt und die Behördenmitglieder.

Sagt die Bürgerschaft Ja zum Vorhaben, dauern die Arbeiten von den Frühlingsferien 2016 bis Ende Herbstferien 2016. Die Ranser Schulkinder und Kindergärtler werden während dieser Zeit wohl im Gadretsch und im Ransertreff beschult.