Schranken für Kapitalbezug ernten Kritik

BERN. Sozialminister Alain Berset stellte gestern die Pläne des Bundesrats für die obligatorische berufliche Vorsorge vor: Wer ein Haus kaufen will, soll dafür Kapital aus der Pensionskasse beziehen dürfen, wer sich selbständig macht, nicht.

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BERN. Sozialminister Alain Berset stellte gestern die Pläne des Bundesrats für die obligatorische berufliche Vorsorge vor: Wer ein Haus kaufen will, soll dafür Kapital aus der Pensionskasse beziehen dürfen, wer sich selbständig macht, nicht. Kapitalbezüge bei der Pensionierung sollen auf die Hälfte des Altersguthabens beschränkt werden, als Variante schlägt Berset sogar vor, Bezüge ganz zu verbieten. Ziel der Reform ist es, die Altersguthaben besser zu schützen und Versicherte vor einer tiefen Rente und dem Bezug von Ergänzungsleistungen zu bewahren.

Hintergrund sind steigende Kosten bei den Ergänzungsleistungen (EL); diese Kosten haben sich seit 2000 auf 4,7 Milliarden Franken verdoppelt. Für das Jahr 2030 sind Kosten von 6,6 Milliarden Franken prognostiziert. Gründe sind die steigende Lebenserwartung der Versicherten und lange Heimaufenthalte.

Bersets Pläne stossen auf Kritik. Die Pensionskassen kämpfen dafür, dass der Kapitalbezug aus der zweiten Säule weiter möglich bleibt. Die Argumente für die Einschränkung der Wahlfreiheit überzeugten nicht, teilte der Branchenverband mit. (dla/tga)

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