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Schottland sucht nach Brexit den Alleingang

LONDON/BRÜSSEL/BERN. Schottland will mit allen Mitteln in der Europäischen Union bleiben. Was auch immer möglich sei, werde man versuchen, sagte die Chefin der Regionalregierung, Nicola Sturgeon, gestern Sonntag.

LONDON/BRÜSSEL/BERN. Schottland will mit allen Mitteln in der Europäischen Union bleiben. Was auch immer möglich sei, werde man versuchen, sagte die Chefin der Regionalregierung, Nicola Sturgeon, gestern Sonntag. So will sie in den nächsten Tagen in Brüssel Gespräche führen, um zu verhindern, dass Schottland als Teil Grossbritanniens gegen seinen Willen ausgeschlossen wird.

Vorangetrieben wird zudem ein neues Referendum zur Abspaltung vom Königreich. In der ersten Abstimmung 2014 hatten 55 Prozent der Schotten gegen eine Loslösung des nördlichen Landesteils von Grossbritannien gestimmt. Jüngste Umfragen weisen aber auf einen Stimmungswechsel hin.

Merkel mahnt zur Besonnenheit

Sturgeon warnte London davor, das Resultat einer solchen zweiten Abstimmung nicht zu akzeptieren. Auch eine Blockade des britischen Austrittsverfahrens durch das Regionalparlament könnte genutzt werden, kündigte Sturgeon an. Schottland hat, wie Nordirland, stark von EU-Geldern profitiert.

In der EU zeichnet sich derweil ein Streit über den Zeitpunkt des Ausscheidens Grossbritanniens ab. Die Aussenminister der sechs Gründungsstaaten sowie EU-Parlamentspräsident Martin Schulz drängten am Wochenende auf ein schnelles Verfahren. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnte Druck ab und mahnte zur Besonnenheit im Umgang mit dem Nato-Partner.

Schneider-Ammann hofft weiter

Mit dem Brexit ist eine einvernehmliche Lösung zwischen der Schweiz und der EU bei der Zuwanderungsfrage noch unwahrscheinlicher geworden. Bundespräsident Johann Schneider-Ammann sieht aber weiterhin «gewisse Chancen» für eine Verhandlungslösung mit Brüssel. (red.) ? SCHWEIZ 13/THEMA 15

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